Digitalisierung

„Sicherheit geht alle etwas an“

Berliner Wasserbetriebe/Die Hoffotografen GmbH

"Die täglich wachsende Anzahl unterschiedlichster Gefahren und Risiken für die eingesetzte Informationstechnik und die Systeme ist in der heutigen Zeit eine große Herausforderung", sagt Jörg Simon. Er moderiert die wat-Themensession „Sicherheit – Wasserversorgung als kritische Infrastruktur“.

Welche Fragestellungen werden in der von Ihnen moderierten Themensession diskutiert?

Das Thema Sicherheit ist eines, das heute aus vielen verschiedenen Blickrichtungen betrachtet werden muss: Dazu gehört natürlich die physische Sicherheit, also die Sicherung von Zugängen zu kritischen Unternehmensteilen. Auch das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten ist wichtig, denn die beste und teuerste Technik nutzt nichts, wenn es bei den Menschen im Unternehmen kein Sicherheitsbewusstsein gibt. Besonders im Fokus steht sicherlich die IT-Sicherheit. Die Digitalisierung der Wasserwirtschaft schreitet voran. Natürlich ist der Einsatz von Informationstechnologie immer mit Qualitäts- und Effizienzsteigerung verbunden, er bedeutet aber auch ein verändertes Bedrohungs-Szenario für die jeweiligen Unternehmen und deren Kernprozesse. Die täglich wachsende Anzahl unterschiedlichster Gefahren und Risiken für die eingesetzte Informationstechnik und die Systeme ist in der heutigen Zeit eine große Herausforderung. Zudem haben die technischen Möglichkeiten für komplexe Angriffe stark zugenommen. Wir diskutieren, wie Sicherheitskonzepte und -maßnahmen ständig angepasst und erweitert werden können, welche finanziellen Belastungen damit verbunden sind und wie Interessenkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit, Handhabbarkeit und umfassender Sicherheit gelöst werden können.

Welche Relevanz haben diese Themen heute und in Zukunft?

Wie wir unsere Netze und Anlagen sichern, war in der Wasserwirtschaft schon immer ein Thema. Doch mit wechselnden Bedrohungslagen und wachsenden technischen Möglichkeiten sowohl der Manipulation als auch der Absicherung steigen natürlich die Anforderungen an die Betreiber kritischer Infrastrukturen, diese nach dem aktuellsten Stand der Technik abzusichern. Hier hat die Branche mit der Entwicklung des B3S, des branchenspezifischen Sicherheitsstandards, einen großen Schritt voran gemacht. Gleichwohl ist Sicherheit kein statisches Thema, sondern eines, bei dem man immer in Bewegung bleiben muss. Dementsprechend ist auch der B3S kein statisches Dokument, er gibt Gefährdungen und Maßnahmen nicht abschließend wieder, sondern zeigt branchenspezifische „Best Practices“ auf. Der Standard ist so konzipiert, dass Anwender mit ihm in der Lage sind, auf veränderte Bedrohungslagen zu reagieren. Jeder Versorger ist deshalb angehalten, die allgemeine und branchenspezifische Gefährdungslage zu beobachten. Die Berliner Wasserbetriebe etwa stehen dazu in regelmäßigem Austausch mit den Sicherheitsbehörden und anderen Infrastrukturbetreibern der Stadt.

Wer ist von diesen Themen besonders betroffen und sollte diese Themensession deshalb besuchen?

Sicherheit geht alle etwas an. Die Themensession „Sicherheit – Wasserversorgung als kritische Infrastruktur“ ist vor allem interessant für Kolleginnen und Kollegen, die in ihren Unternehmen vor der Umsetzung des B3S stehen, die von der erfolgreichen Implementierung berichten können oder die sich einfach über aktuelle Sicherheitsfragen austauschen möchten. Ich freue mich auf eine anregende Diskussion.

gat | wat-Programmhinweis

Mittwoch, 24. Oktober 2018 | 17:30 - 18:30 Uhr
Sicherheit – Wasserversorgung als kritische Infrastruktur

Moderation: Jörg Simon

  • Kritische Infrastrukturen 2.0 – Transparenz- und Betreiberpflichten vs. Informationssicherheit und Verantwortung des Staates
  • Konzept der zivilen Verteidigung – staatliche Fürsorge Wasserversorgung
  • Entwicklungen und Ausblick zur IT-Sicherheit

Das vollständige gat | wat-Programm finden Sie hier.