Digitalisierung

Wasserver- und Abwasserentsorger werden immer digitaler

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Im Kontext der Digitalisierung ihrer Prozesse und Wertschöpfungsketten haben die Unternehmen der Wasserwirtschaft einen beachtlichen Weg zurückgelegt und ein vielfältiges Engagement gezeigt. In einigen Bereichen besteht jedoch noch Nachholbedarf, um weitere Ziele zu erreichen. Dies ist die zentrale Botschaft des von der Hochschule Ruhr West (HRW) in Mülheim/Ruhr mit Unterstützung von MOcons und IWW und in Partnerschaft mit BDEW, DVGW und VKU erstellten ersten Digitalisierungsindex‘ für die Wasserwirtschaft. Dazu führten die Wissenschaftler 188 Telefoninterviews mit Wasserver- und Abwasserentsorgern. Im Fokus standen Fragen zum digitalen Status quo für jeweils eine der von den Interviewpartnern gewählten Wertschöpfungsstufe (z. B. Wasserproduktion, Netze etc.).

„Der Index dient der Branche nicht nur als Orientierungsmaßstab für die digitale Entwicklung, indem zentrale Facetten der Digitalisierung aufgegriffen und im Kontext betrachtet werden“, sagt Prof. Dr. Mark Oelmann, Professor für Wasser- und Energieökonomik an der HRW und Studienleiter. „Er fungiert auch als „Schaufenster nach Außen“, um die Vielfalt der Ansätze zu dokumentieren, die die Branche verfolgt.“ Der Index wirke außerdem als Mutmacher für Unternehmen, sich mit dem eigenen Stand der Digitalisierung auseinanderzusetzen und Anknüpfungspunkte zu suchen, wie die weitere Entwicklung sinnhaft und strukturiert gestaltet werden könne, so Oelmann.

 

Ergebnisse werden anhand von 15 Kriterien skizziert
Basis der Wissenschaftler für die Indexerstellung war die Prämisse, die Digitalisierung als weit mehr als eine bloße Technologieeinführung zu betrachten. Nach Meinung der Forscher ist eine ganzheitliche Transformation zu erwarten, die sich nicht auf die IT-Systeme beschränkt, sondern alle Bereiche eines Unternehmens betrifft. Daher wurden für die Indexerstellung sechs Reifegradstufen und vier sogenannte Gestaltungsfelder (Ressourcen, Informationssysteme, Organisation und Kultur) zugrunde gelegt. Diesen Gestaltungsfeldern ordneten die Wissenschaftler 15 Digitalisierungskriterien zu, deren wichtigste Erkenntnisse ausführlich beschrieben werden. Für jedes Kriterium wird darüber hinaus ein kurzer „Denkanstoß für Unternehmen“ abgeleitet.

Fortschritte bei technischen Gestaltungsfeldern, Nachholbedarf im organisatorischen und kulturellen Bereich
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Unternehmen tendenziell bei den beiden technischen Gestaltungsfeldern Ressourcen und Informationssysteme weiter vorangeschritten sind als bei ihrem organisatorischen bzw. kulturellen Pendant. Parallel dazu haben die Unternehmen in den technischen Wertschöpfungsstufen Wasserressourcen/-produktion und Wassernetze/-verteilung etwas größere Fortschritte gemacht als in der Wertschöpfungsstufe Verwaltung/Kundenservice.

„Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, Aufgaben der Instandhaltung oder des Betriebs durch den Einsatz etwa maschinellen Lernens effizienter zu gestalten. Dynamische Preismodelle werden durch die neuen Smart Devices und Grundlagen von Blockchain erst möglich und sind damit eine Antwort auf die sich stetig verstärkenden Herausforderungen etwa in Folge des Klimawandels“, so Prof. Oelmann. „Mit dem Index liefern wir also Erkenntnisse von der Branche für die Branche. Unter dem Stichwort: Wasserwirtschaft – quo vadis? präsentieren wir Themen, bei denen wir vermuten, dass diese für viele Ver- und Entsorger für die nächste Zeit anstehen werden.“

Den vollständigen Digitalisierungsindex für die Wasserwirtschaft gibt es hier zum kostenfreien Download.


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