grüne Gase

Die Sektorenkopplung mit Gas entfaltet die größten Vorteile …

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Die Sektorenkopplung gilt als Schlüssel zur Energiewende.

Frank Peter, Stellvertretender Direktor der Agora Energiewende, und Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), diskutieren auf der gat 2018 mit zum Thema "Klimaschutz durch infrastrukturelle Sektorenkopplung". Wir haben die Beiden gebeten, den folgenden Satz kurz weiterzuführen.

Die Sektorenkopplung mit Gas entfaltet die größten Vorteile …

... "durch eine bessere Integration und Verteilung von erneuerbarer Energie. Die Schnittstelle zur Gasinfrastruktur erlaubt eine zusätzliche Einspeisung, entspannt damit Engpasssituationen im Stromnetz und reduziert Abschaltungen in der Erzeugung. Es wird ein zusätzlicher und europaweiter Transportweg eröffnet und sofort signifikante Flexibilität über die große Untertagegas-Speicherkapazität verfügbar. Kernkraft- und Kohlekraftwerke werden aus dem System genommen. Damit ergibt sich automatisch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Gas- und Erneuerbaren-Wirtschaft, wobei durch die Verknüpfung der Anteil erneuerbarer Gase ausgebaut wird. Dies ist der Weg, die vorhandene Infrastruktur in der Energiewirtschaft und vor allem auch zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse und in der Mobilität zu nutzen. Energie wird in Form von Gas seit Jahrzehnten genutzt, nur die Herkunft wird zunehmend aus erneuerbaren Primärenergiequellen sein."

sagt Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)

Die Sektorenkopplung mit Gas entfaltet die größten Vorteile …

... "dort, wo es Alternativen, die elektrischen Strom direkt nutzen, nicht gibt oder diese nur zu noch höheren Kosten nutzbar wären. Denn so sehr wir die Sektorenkopplung mit Gas künftig brauchen werden, um die Versorgungssicherheit mit Strom weiterhin zu gewährleisten und das Stromsystem klimafreundlich zu machen, so sehr ist auch klar, dass das technisch-wirtschaftliche Potenzial von Power-to-Gas in Deutschland begrenzt ist. Elektrolyseure und Methanisierungsanlagen rechnen sich wirtschaftlich am ehesten bei sehr hohen Volllaststundenzahlen.  Das heißt, es werden eigens neue Wind- und Solaranlagen gebaut werden müssen, um den für die Gassynthese notwendigen Strom zu liefern. Das ist in Deutschland unter Akzeptanz- und Flächengesichtspunkten allenfalls im Offshore-Bereich darstellbar. Deshalb werden wir auch über importiertes synthetisches Gas reden, dessen Nutzung aber auch teurer sein wird, als die direkte Nutzung von Strom etwa zur Gebäudeheizung oder im Verkehr. Dennoch werden wir synthetische Brennstoffe benötigen, um die Emissionsminderung in der Industrie, im Verkehr und in den Gebäuden benötigen. Die Markteinführung muss realisiert werden."

sagt Frank Peter, Stellvertretender Direktor der Agora Energiewende

gat-Programmhinweis

Mittwoch, 24. Oktober 2018 | Themensession "Sektorenkopplung als Schlüssel zur Energiewende"

15:10 - 16:10 Uhr
Diskussion zum Thema "Klimaschutz durch infrastrukturelle Sektorenkopplung"

mit:

Das vollständige gat | wat-Programm finden Sie hier.