grüne Gase

Erster Wasserstoffzug fährt in Deutschland

René Frampe

Es war eine Weltpremiere, zu der Europas größter Schienenfahrzeugbauer Alstom, Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsministerium, das Bundesverkehrsministerium sowie die Landesnahverkehrs-gesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) nach Bremervörde eingeladen hatten.

Unter den Augen zahlreicher Gäste und Pressevertreter aus dem In- und Ausland ist am 16. September 2018 der weltweit erste Wasserstoff-Brennstoffzellenzug in Betrieb gegangen. Der von Europas größtem Schienenfahrzeugbauer Alstom im niedersächsischen Salzgitter gebaute Coradia iLint hat Brennstoffzellen an Bord, die Wasserstoff und Sauerstoff in Strom umwandeln und so den Schadstoffausstoß im täglichen Betrieb auf Null reduzieren.

Zwei dieser geräuscharmen und bis zu 140 Stundenkilometern schnellen Züge beförden ab sofort regulär im öffentlichen Linienverkehr und nach festem Fahrplan Fahrgäste. Im Auftrag der LNVG werden die Coradia iLint auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs sein und die bisherigen Dieseltriebwagen der evb ersetzen.
 


Betankt werden die neuen Züge mit Hilfe einer mobilen Tankstelle. Aus einem neben den Gleisen im Bahnhof Bremervörde stehenden, 40 Fuß großen Stahlcontainer wird der gasförmige Wasserstoff in die Züge gepumpt. Dank einer Reichweite von 1000 Kilometern können sie mit nur einer Tankfüllung einen ganzen Tag lang im Netz fahren. Pläne für eine ortsfeste Wasserstoff-Tankstelle auf dem Betriebsgelände der evb gibt es bereits. Sie soll 2021 in Betrieb gehen, wenn Alstom weitere 14 Wasserstoffzüge an die LNVG ausliefert.