ewp-kompakt Digitalisierung


Inhaltsverzeichnis

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Digitalisierung als Treiber für Innovationen und neue Rollenverteilungen

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Nicht nur die Energiewirtschaft, auch die Wasserwirtschaft wird smart. Doch wie weit entwickelt ist der Digitalisierungsgrad der Branchen? Wodurch wird das Gasnetz zum Smart Gas Grid? Was ist eigentlich eine Blockchain? Und wie können die Unternehmen IT-Sicherheit und Datenschutz gewährleisten? Diesen und weiteren Fragen geht dieses ewp-kompakt zur Digitalisierung auf den Grund.

Energie- und Wasserversorger noch verhalten bei der Digitalisierung

Die Digitalisierung macht auch vor der Energie- und Wasserwirtschaft nicht halt. Sie beschleunigt den Energiewandel und betrifft alle Ebenen: von der Erzeugung über den Handel und die Verteilung von Energie und Wasser bis zur Kommunikation mit dem Kunden. Wie weit ist die Energie- und Wasserwirtschaft mit der Digitalisierung bereits vorangekommen? Wie hoch ist der Einfluss der Digitalisierung auf den Geschäftserfolg? Wie umfangreich sind interne Prozesse bereits digitalisiert? Welches sind die wichtigsten Vor- und Nachteile, die die Digitalisierung den Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft bietet?

von Dr. Sabine Graumann, Senior Director bei Kantar TNS, Business Intelligence mit Forschungsschwerpunkt Digitalisierung der deutschen Unternehmen

Mit intelligenten Gasnetzen die Sektorkopplung vorantreiben

Mit der Energiewende und einer veränderten Abnehmer- und Erzeugerstruktur steigen die Anforderungen an unsere Energienetze – auch an das Gasnetz. Durch smarte Elemente wird das Gasnetz fit für die Zukunft und kann als sogenanntes „Smart Gas Grid“ nicht nur einen wichtigen Beitrag in einem zukünftigen Hybridnetz leisten, sondern gleichzeitig seine etablierten Kernaufgaben, die sichere, effiziente und kostengünstige Versorgung mit Gas, erfüllen.

von Jens Hüttenrauch und Gert Müller-Syring (DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH)

Vom Gasversorger zum Energiedienstleister

Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der GASAG, erläutert im Gespräch mit der „DVGW energie | wasser-praxis“ die Aktivitäten und Pläne der GASAG in Sachen Digitalisierung.

Schon heute profitieren die Unternehmen der Wasserwirtschaft erheblich von der Digitalisierung

Ob man es die Digitalisierung der Wasserwirtschaft, das Internet der Dinge oder Wasser 4.0 nennt, spielt keine Rolle. Fest steht: In dieser Umwälzung steckt nicht nur für die Industrie gewaltiges Potenzial, sondern auch für die Wasserwirtschaft. Die Sammlung und Auswertung unserer Daten hilft uns nicht nur, unserer eigenen Aufgabe – der effizienten Bereitstellung von bestem Trinkwasser und Behandlung von Abwasser – noch besser gerecht zu werden. Sie bietet Vorteile für unsere Kunden, macht unsere Prozesse schlanker, effizienter und transparenter. Dieses Potenzial vervielfältigt sich, wenn man das Thema Digitalisierung auch noch im Austausch mit anderen Infrastrukturbetreibern denkt. Denn dann lassen sich aus Daten Lösungen für die lebenswerte Stadt der Zukunft generieren.

von Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe

Pilotprojekt KOMMUNAL 4.0: digitale Erschließung dezentraler Wasserversorgungseinrichtungen

Der Einsatz moderner Automatisierungstechnik, SCADA- und Betriebsführungslösungen ist in der Wasserbranche mittlerweile Standard und wird durch webbasierte Niederschlagsdatenportale zur Planungs- und Betriebsunterstützung vermehrt ergänzt. Trotz dieser digitalen Technologiebasis fehlen anwendungsreife Orientierungsleitlinien, Best-Practice-Beispiele oder Beratungsangebote für weitere Digitalisierungsschritte hin zu einer übergeordneten effizienten Netzbewirtschaftung. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt KOMMUNAL 4.0 übernimmt als eines der ersten Initiativvorhaben die Aufgabe, die Anforderungen an eine zielorientierte Digitalisierung für komplette Infrastruktursysteme der kommunalen Wasserwirtschaft zu analysieren, nutzerorientierte Lösungen zu entwickeln und diese in einer mehrmonatigen Testphase zu erproben.

von Günter Müller-Czygan (HST Systemtechnik) & Frieder Steinhilber (Stadtwerke Schwäbisch Gmünd)

"OpenWater“ – auf dem Weg zum digitalen Wassernetz

Die Siegener Versorgungsbetriebe GmbH hat sich mit dem Forschungsprojekt „OpenWater“ auf den Weg zu einem „interaktiven“ Wassernetz gemacht. Zusammen mit Projektpartnern aus Wirtschaft und Forschung untersucht der Regionalversorger, mit welchen Methoden sich ein Trinkwassernetz bzw. dessen Betrieb intelligenter gestalten lässt. Mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Netzbetriebssystems soll es in Zukunft auch kleinen und mittleren Trinkwasserversorgern möglich sein, ihr Trinkwassernetz sowohl ökonomischer als auch ökologischer zu betreiben.

von Bernd-Dieter Ferger (Siegener Versorgungsbetriebe GmbH)

Blockchain – von zentralen zu dezentralen Bezahlstrukturen

Christoph Burger, Senior Lecturer an der ESMT Berlin, über die Blockchain-Technologie und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Energiewirtschaft

Einfache Maßnahmen für ein wirksames IT-Sicherheitsmanagement

Im Juli 2016 schreckte diese Nachricht die Branche auf: Zwei Studenten war es aufgrund „unzureichender Sicherheitskonfigurationen“ gelungen, auf die sensiblen Steuerungssysteme mehrerer deutscher Wasserwerke, Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen zuzugreifen. Damit wäre „mit nur mäßigem technischem Aufwand“ jederzeit eine gezielte Sabotage und ein umfassender Datendiebstahl möglich gewesen. Schon einfache Veränderungen der Aufbau- und Ablaufstruktur und eine optimierte IT-Infrastruktur hätten hier nachhaltigen Schutz geboten.

von Dr. Sebastian Unger, IT-Sicherheitsbeauftragter der SIV.AG