Markt

Vor den Toren Wiens: großdimensionierte Trinkwasserleitung verlegt

AGRU Kunststofftechnik GmbH

Geschweißte Rohrstränge Schutzmantelrohr da 560 mm SDR 17 für die Verlegung im Pflug-Verfahren.

In einem Wiener Außenbezirk stellt der Wasserversorger EVN das seit den 1960er-Jahren bestehende Leitungssystem auf neue Füße. Mit großdimensionierten Leitungen von da 560 mm und da 630 mm wurde die bestehende Kapazität mehr als verdoppelt. Das gesamte Investitionsvolumen für diese Baumaßnahme beträgt ca. 10.000.000 Euro.

Die Baumaßnahmen begannen im Juni 2018 mit den Bauarbeiten für die Rohrverlegung. Insgesamt wurden ca. 198.000 m³ Erde, davon ca. 155.000 m³ Humusabhub und 43.000 m³ Aushub, mit sechs Baggern bewegt. Verlegt wurde eine neue Rohrleitung da 560 mm SDR 17 und da 630 mm SDR 11 mit einer Länge von insgesamt fast 20 Kilometern, das entspricht einem Rohrgewicht von etwa 1.400 Tonnen. Geliefert wurde die Druckrohrleitung aus dem spannungsrissbeständigen Werkstoff PE 100-RC von der AGRU Kunststofftechnik GmbH.


Um die Anzahl der benötigten Schweißungen zu reduzieren, wurden die Rohre per Sondertransport in 20-Meter-Stangen auf die Baustelle geliefert. Neben den Rohren kamen auch rund 200 Rohrbögen und mehr als 250 Heizwendelschweißmuffen zum Einsatz.
 


Ein rund 2 km langer Abschnitt, der durch ein Schutzgebiet mit hohem Grundwasserpegel verläuft, stellte eine besondere Herausforderung dar. In diesem sensiblen Projektabschnitt entschied man sich für das sogenannte „Pflugverfahren“ zur Installation des da-560-mm-SDR-17-Rohres. Diese bodenschonende Verlegetechnik verhindert nicht nur die Verdichtung des Erdreichs und die Durchmischung der verschiedenen Sedimentschichten, sondern spart auch noch Zeit. Denn wie beim Horizontalspülbohren wird der vorbereitete Rohrstrang dabei in einem Arbeitsgang ins Erdreich eingebracht, sodass weder ein Rohrgraben errichtet, noch nach der Verlegung wieder verschüttet werden muss.
 


Die Leitungstrasse dieses Projektabschnittes wurde mittels „Torpedoverfahren“ installiert. Mit Hilfe eines Zugfahrzeugs wird der Rohrstrang dabei mit dem Pflug eingezogen. Der Pflug verfügt über vier verstellbare Ausleger mit hydraulisch regulierbaren Gummirädern und kann so Geländeunebenheiten ausgleichen. Das sogenannte „Pflugschwert“ wird am Trassenbeginn in eine Startgrube auf Höhe der Verlegetiefe eingesetzt. Durch die Zugkraft der Seilwinde verdrängt das Pflugschwert das Erdreich und eventuell vorhandene Steine im Bereich der Leitungszone. Zugleich glättet es durch den vertikal und horizontal beweglichen, angehängten Verlegeschacht die Grabensohle. In den dadurch entstehenden Hohlraum wird die Leitung spannungsfrei in der gewünschten Tiefe abgelegt.
 

Die Zugkräfte am Leitungsstrang werden mit Hilfe einer Messeinrichtung permanent überwacht und dokumentiert. Da die Bodenbedingungen nie ganz genau evaluiert werden können und mitunter steinige oder sogar felsige Abschnitte zu durchqueren sind, empfiehlt es sich sowohl bei Verlegung im Pflugverfahren als auch beim Horizontalspülbohrverfahren auf doppelte Sicherheit zu setzen. Hier kann z. B. das AGRU Sureline III Rohr mit Schutzmantel eine Lösung sein, denn das PE-100-RC-Medienrohr wird während der Verlegung durch den zusätzlichen, kratzfesten PP-Schutzmantel vor Beschädigungen geschützt.

Besondere Bedeutung kam bei diesem Projekt den Formstücken zu. Bis dato konnten ausschließlich Rohre aus PE 100-RC sandbettfrei verlegt werden, da Formteile aus PE 100-RC nicht verfügbar waren. Anders war es bei diesem Projekt: Durch Bereitstellung eines Komplettsystems aus PE 100-RC inklusive exakt auf den Durchmesser abgestimmter Formteile konnte die gesamte Rohrleitung einheitlich und ohne Sonderbehandlung der Formteile installiert werden.