Mobilität

Drei LNG-Tankstellen für die Schweiz

Krummen

Mit LNG-betriebenen Lkw wird die Krummen Kerzers AG ab 2019 einen großen Teil der Transportaufgaben für Lidl Schweiz übernehmen.

Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Um die Umweltbelastungen zu senken, sind daher alternative Kraftstoffe, wie z. B. flüssiges Erdgas – LNG – gefragt. In Deutschland hat der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur bereits begonnen, in anderen Ländern, wie z. B. der Schweiz, fehlen die benötigten Tankstellen.

Das soll sich nun ändern: Um die Vorteile von LNG als Kraftstoff nutzen zu können, hat das Transport- und Logistikunternehmen Krummen Kerzers AG gemeinsam mit Lidl Schweiz das Projekt LNG – Brücke in die Zukunft gegründet, das den Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur entlang der Ost/West-Hauptverkehrsachse der Schweiz umfasst.

Die Krummen Kerzers AG ist ein international tätiger Transport- und Logistikdienstleister mit Hauptsitz im Schweizer Kanton Fribourg. Gemeinsam mit anderen Firmen, u. a. Lidl Schweiz, hat sich das Unternehmen 2017 der Initiative Lean & Green Switzerland angeschlossen. Die teilnehmenden Firmen verpflichten sich, ihren CO2-Ausstoß innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt man bei Krummen Kerzers auf drei Säulen: ein gezieltes Chauffeurtraining, das Verbrauch und Sicherheit verbessern soll, die Optimierung der Transportplanung, um Umwege und Leerfahrten zu minimieren, und drittens auf die Umstellung eines Teils der Lkw-Flotte auf  LNG.

„Mit LNG lässt sich heute sofort etwas tun. Die Technik ist vorhanden und erprobt,“ begründet Peter Krummen, Inhaber und Geschäftsführer von Krummen Kerzers, die Entscheidung für den alternativen Kraftstoff. Ein ungewisses Abenteuer sieht er im Kraftstoffwechsel daher nicht: „Jede neue Lösung, die in der Transportbranche Einzug hält, muss sich am Diesel messen. Die Erfahrungen im Ausland und die eigenen Berechnungen zeigen, dass trotz heute noch höherer Anschaffungskosten bei entsprechender Kilometerleistung neben dem ökologischen Gewinn mit jedem LNG-Lastwagen für den Transporteur auch ökonomisch ein Plus herauskommt.“
 


Die erzielte Schadstoffreduktion ist für Lidl Schweiz von großer Bedeutung, so Georg Kröll, CEO von Lidl Schweiz, denn die Transportsparte ist für 30 Prozent der CO2-Bilanz des Händlers verantwortlich. Um den Betrieb der Lastwagen überhaupt möglich zu machen, ist im Raum Kerzers/Estavayer (Kanton Fribourg) und am Lidl-Verteilzentrum in Weinfelden (Kanton Thurgau) je eine LNG-Tankstelle geplant, die im Frühjahr 2019 in Betrieb gehen sollen. Eine dritte Tankstelle wird von der Firma Translait, einem weiteren Partner des LNG-Projektes, in Gunzgen (Kanton Solothurn) errichtet. Alle drei Standorte werden öffentlich und damit auch für andere LNG-Lkw zugänglich sein. Die Schweiz ist somit kein weißer Fleck mehr auf der LNG-Landkarte und sowohl Transportfirmen als auch Händler können von dem Projekt profitieren und ihren ökologischen Fußabdruck nachhaltig verbessern.