Politik

Bundesregierung beschließt nationale Wasserstoffstrategie

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Die Bundesregierung hat die lange angekündigte nationale Strategie zum Aufbau einer Wasserstoffindustrie beschlossen. Bei Wasserstofftechnologien soll Deutschland „die Nummer eins in der Welt“ werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach dem Kabinettsbeschluss. Wasserstoff sei „entscheidend für die Dekarbonisierung wichtiger deutscher Kernbranchen wie der Stahl- und Chemieindustrie, aber auch des Verkehrssektors.“ Zudem könnten sich Wasserstofftechnologien zu einem zentralen Exportgut entwickeln.

Als Energieträger der Zukunft soll Wasserstoff einen wichtigen Beitrag leisten, um die Klimaziele zu erreichen. Dafür sind neben den laufenden Förderprogrammen zusätzliche sieben Milliarden Euro als Teil des Konjunkturpakets der Regierung vorgesehen. Sie sollen den entsprechenden Technologien dabei helfen, sich am Markt durchzusetzen. Weitere zwei Milliarden sind für internationale Partnerschaften in dem Bereich vorgesehen. Weiterhin ernannte die Regierung einen 25-köpfigen Nationalen Wasserstoffrat, der die Politik künftig beraten soll.

Der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke wertete den Beschluss der Bundesregierung als „gutes und wichtiges Signal an die Industrie.“ Zusätzlich sei jedoch eine stärkere Fokussierung auf die zeitnahe Ausgestaltung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen erforderlich, die einen marktwirtschaftlichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft im Umfang von mindestens 20 Gigawatt bis 2030 gewährleisteten. „Sehr begrüßenswert ist außerdem, dass die Bundesregierung eine Prüfung weiterer Reformen bei den staatlich induzierten Preisbestandteilen im Energiebereich plant, insbesondere wird eine Befreiung der Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage ohne Erhöhung der Umlage insgesamt angestrebt“, so Linke. Es gelte jetzt aber, sofort bessere wirtschaftliche Voraussetzungen zu schaffen, um die Markteinführung der Wasserstoffwirtschaft nicht zu verzögern. „Wir fordern daher für die Erzeugung von grünem Wasserstoff eine Sonderregelung zur Reduzierung der EEG-Umlagen im EEG.“

Das ausführliche Statement von Prof. Dr. Gerald Linke finden Sie hier.