Daseinsvorsorge

Nationaler Wasserdialog zum Umgang mit Wasser gestartet

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Wasserinfrastrukturen werden langfristig geplant und Gewässer benötigen Zeit, bis sie auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. Vor dem Hintergrund des Klimwandels, des demografischen Wandels, aber auch neuen politische Rahmenbedingungen, wie z. B. der EU-Haushalt oder Änderungen in der gemeinsamen Agrarpolitik, sollen im Rahmen des Nationalen Wasserdialogs bereits heute die bis 2030 erforderlichen Handlungsoptionen diskutiert werden.

Deutschlands Wasserversorgung ist auf einem sehr hohen Niveau, die Trinkwasserqualität ist eine der besten weltweit und auch die Qualität der Badegewässer ist überwiegend sehr gut. Doch die Wasserwirtschaft in Deutschland sieht sich immer größeren Herausforderungen gegenüber. Der Klimawandel und damit einhergehende Starkregenereignisse oder besonders trockene Sommer, der demografische und digitale Wandel, aber auch ein erheblicher Sanierungs- und Anpassungsbedarf der z. T. jahrzehntealten Abwasser- und Trinkwasserinfrastrukturen machen neue Lösungsstrategien notwendig. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt (UBA) den Nationalen Wasserdialog initiiert.

Aufgabe des Nationalen Wasserdialogs ist es laut Bundesumweltministerin Svenja Schulze, auch zukünftig für eine funktionierende Wasserwirtschaft und einen nachhaltigen und sorgsamen Umgang mit Wasserressourcen und Gewässern zu sorgen. Dazu soll gemeinsam von Bund, Ländern, Kommunen, der Wasserwirtschaft und der Zivilgesellschaft eine umfassende nationale Wasserstrategie erarbeitet werden, die den Schutz der Wasserressourcen langfristig garantiert und auf einem breiten gesellschaftlichen Dialog basiert. Ein Schritt, der auch von DVGW-Vizepräsident Dr. Dirk Waider begrüßt wird: „Mit der langen Dürreperiode im Sommer und den damit verbundenen Stresstests für die Wasserinfrastruktursysteme ist die Bedeutung einer funktionierenden Trinkwasserversorgung stark in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Auch wenn es gerne so gesehen wird: Jederzeit verfügbares Trinkwasser in bester Qualität ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Regionen der Welt ist eine verlässliche Trinkwasserversorgung Mangelware.“ Der DVGW fordert daher die politisch Verantwortlichen dazu auf, dem Lebensmittel Nummer 1 wieder einen höheren Stellenwert beizumessen. Trinkwasser brauche qualifizierte und einflussreiche Fürsprecher auf allen Ebenen – in Deutschland und Europa, so Waider. Es sei daher ein positives Signal, dass Bundesumweltministerin Schulze den wasserpolitischen Dialog mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zur Chefsache gemacht habe und damit den Wert des Wassers neu akzentuieren möchte.

Im Rahmen des zunächst auf zwei Jahre ausgelegten Nationalen Wasserdialogs sollen konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeiten werden, um den Belastungen der Gewässer besser zu begegnen, die Potenziale technischer Innovationen auszuloten und die deutsche Wasserwirtschaft wettbewerbsfähig zu halten. Auf Basis der Ergebnisse ist dann geplant, eine nationale Wasserstrategie zu erarbeiten.