Politik

Netzentwicklungsplan Gas 2020–2030 übergeben

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Der Netzentwicklungsplan (NEP) Gas 2020–2030 ist wesentlich für den zukünftigen Ausbau der deutschen Gasnetzinfrastruktur.

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben am 1. Juli 2020 den Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Gas 2020–2030 an die Bundesnetzagentur (BNetzA) übergeben. Alle zwei Jahre legen die Netzbetreiber mit diesem einen Plan zum Ausbau der Netze vor, der wesentliche Positionen auf dem Weg zu einer (auch in Zukunft) sicheren, umweltverträglichen und wirtschaftlichen Erdgasversorgung beschreibt. Dem Entwurf vorausgegangen waren umfangreiche Konsultationen, bei denen insgesamt 32 Stellungnahmen eingegangen sind. Darüber hinaus hatte im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung am 13. Mai 2020 ein Workshop stattgefunden, bei dem sich die Vertreter aller Wertschöpfungsstufen einbringen konnten.

Wesentliche Elemente des nun vorliegenden Netzentwicklungsplans sind insbesondere die immer größer werdende Relevanz grüner Gase, das Thema Wasserstoff sowie die derzeit laufende L-/H-Gas-Marktraumumstellung. Die letztgenannte, so der Bericht, werde auch in den nächsten Jahren einen starken Einfluss auf die Entwicklung des Fernleitungsnetzes haben. Noch nicht final abzuschätzen seien in diesem Zusammenhang die COVID-19-Pandemie, die mit ihren weitreichenden Auswirkungen auch die bisherige Planung für die Marktraumumstellung beeinträchtigen und Änderungen erforderlich machen könnte.

Ausdrücklich begrüßt wird seitens der Fernleitungsnetzbetreiber, dass grüne Gase im Netzentwicklungsplan 2020 Berücksichtigung finden. Dies ermögliche es – insbesondere mit Blick auf die kürzlich von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Wasserstrategie –, bis zum Jahr 2030 erste mögliche Regionen von wasserstoffbasierten Gasversorgungssystemen aufzuzeigen. Die Fernleitungsnetzbetreiber betonen in diesem Zusammenhang die Rolle der Gasinfrastruktur: So ließen sich bereits bestehende Rohrleitungen für den Transport und die Speicherung des Energieträgers nutzen, zudem könnten zukünftig Netze zum ausschließlichen Transport von Wasserstoff entstehen. Bereits im Januar dieses Jahres hatten die Fernleitungsnetzbetreiber eine Karte für ein visionäres Wasserstoffnetz mit einer Länge von rund 5.900 km veröffentlicht. Wichtig sei jedoch, dass die Politik in einem ersten Schritt die rechtlich-regulatorischen Rahmenbedingungen anpasse.

Der vollständige Netzentwicklungsplan Gas 2020–2030 kann auf der Webseite der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V. eingesehen werden.