Politik

Ready4H2 präsentiert Fahrplan für europäische H2-Wirtschaft

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Das aus 90 europäischen Gasversorgern bestehende Ready4H2-Projekt hat kürzlich einen Fahrplan für eine H2-Wirtschaft präsentiert.

Die europäische Verteilnetzinitiative Ready4H2 hat einen gemeinschaftlichen europäischen Fahrplan für die Wasserstoff-Transformation veröffentlicht. Der Bericht bildet einen strategischen Rahmen, in dem Gasverteilnetzbetreiber der verschiedenen Länder ihre Transformationsstrategien zur Versorgung mit Wasserstoff und anderen klimaneutralen Gasen koordiniert und kohärent entfalten können. In Deutschland gehen die Verteilnetzbetreiber dies mit dem von H2vorOrt initiierten Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) konkret an. Florian Feller, Vorsitzender der Initiative H2vorOrt, die Deutschland bei Ready4H2 vertritt, erklärt: „Die europäischen Gasverteilnetzbetreiber können damit einen essenziellen Beitrag zu einer umfassenden Wasserstoffwirtschaft leisten und so die Importe von fossilem Erdgas und Öl und die damit einhergehenden problematischen Abhängigkeiten reduzieren. Hierdurch können die CO2-Emissionen perspektivisch um mehr als 500 Millionen Tonnen pro Jahr verringert und dabei fast eine Million Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Man sehe ein enormes Potenzial für den Übergang zur Wasserstoffwirtschaft in Europa und mit diesem Fahrplan zeige man einen konkreten Weg zum Ziel.“ Dem Bericht zufolge entstehen von den neu geschaffenen europäischen Arbeitsplätzen 290.000 Arbeitsplätze in der Produktion von grünem Wasserstoff, 135.000 Arbeitsplätze in Betrieb und Wartung und 542.000 Arbeitsplätze in der für grünen Wasserstoff erforderlichen Stromerzeugung.

Nach Aussage von Florian Feller ist es ein zentraler Schritt, den Übergang von Erdgas- zu Wasserstoffnetzen rechtlich maximal zu unterstützen und zu vereinfachen. Aktuelle Entflechtungsvorhaben auf europäischer Ebene würden in vielen Ländern, auch in Deutschland, stark verhindernd wirken. „Stadtwerke und andere Versorger, die neben dem Netzbetrieb auch Versorgungsverträge mit Kunden haben, müssten dadurch ihre Netze verkaufen, sobald sie diese auf Wasserstoff umstellen. Dass dies nicht zügig zu einem großflächigen Wasserstoffnetz führt, leuchtet schnell ein. Wir hoffen, dass hier noch eine bessere Lösung für die europäische Gesetzgebung gefunden wird.“ so Feller.

Peter Kristensen, Vorsitzender von Ready4H2, ergänzt: „Ein wichtiger gesetzgeberischer Schritt würde zudem darin bestehen, den lokalen Gasnetzbetreibern eine Rolle bei der Verteilung von Wasserstoff und bei der strategischen Planung der künftigen Energieinfrastruktur in Europa einzuräumen, indem eine unabhängige europäische Verteilernetzbetreiber-Entity gemeinsam für Erdgas und Wasserstoff geschaffen wird. Dies würde eine bessere Koordinierung und Harmonisierung von planerischen, technischen und anderen Fragen in Zusammenarbeit mit den Fernleitungsnetzbetreibern in ganz Europa erleichtern. Die beiden Entities sollten gemeinsam an nationalen Zehn-Jahres-Entwicklungsplänen arbeiten können, genau wie bei der Elektrizität.

Nach Meinung der Europäische Kommission sind Biomethan und Wasserstoff die Schlüssel zur europäischen Energieunabhängigkeit. Ready4H2 sei bereit, dieses Ziel mit seinem Know-how über lokale Gasverteilnetze zu unterstützen und zu zeigen, wie grüner Wasserstoff im Energiesystem der Zukunft eingesetzt werden kann, so Kristensen. Die Mitglieder von Ready4H2 seien zudem davon überzeugt, dass dieses Ziel nur erreicht werden könne, wenn die Rolle der Verteilungsnetze als verbindendes Element zwischen Erzeugern, Fernleitungen und Verbrauchern von Wasserstoff auf lokaler Ebene in der europäischen Gesetzgebung vollständig anerkannt werde, so Kristensen weiter.

Die Gasinfrastruktur kann helfen, den rasch wachsenden Anteil an variabler Wind- und Solarenergie in das Energiesystem zu integrieren, indem große saisonale Schwankungen in der Nachfrage ausgeglichen und eine zuverlässige Versorgung mit klimaneutralem Wasserstoff selbst in den kältesten Wintern gewährleistet werden kann. Dies helfe Europa, die Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe zu verringern. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass unterirdische, an die Gasnetze angeschlossene Wasserstoffspeicher in großem Maßstab die einzige schnell reagierende, langfristige Speicherkapazität in enormem Umfang sind, um diese Schwankungen bei Produktion und Nachfrage zu bewältigen. Das sieht auch Florian Feller so: „Für uns in Deutschland wird Erdgas aufgrund des Wegfalls von Kern- und Kohleenergie kurzfristig eher noch an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist es daher, den dominanten Bezug von russischem Erdgas und die Abhängigkeit von anderen fossilen Energieträgern durch den ambitionierten Hochlauf grüner, klimaneutraler Gase und die Transformation unserer Infrastruktur so schnell wie möglich zu beseitigen. Es freut mich sehr, dass wir das in Deutschland mit dem GTP und auf europäischer Ebene mit Ready4H2 nun konkret anpacken."

Hier geht es zum Ready4H2 Bericht zur Wasserstoff-Transformation. Das Ready4H2-Projekt besteht aus 90 europäischen Gasversorgern aus 17 hauptsächlich europäischen Ländern sowie Unternehmen und Organisationen, die zusammenarbeiten, um den Aufbau eines starken Wasserstoffmarktes zu unterstützen und die Transformation der Gasverteilnetze zur führenden Verteilinfrastruktur für klimaneutralen Wasserstoff in Europa zu beschleunigen. Deutschland wird im Rahmen von Ready4H2 durch die Initiative H2vorOrt vertreten.

 


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