Praxis

7. Mülheim Water Award geht in die Niederlande

Andreas Köhring

Eberhard Gerstel (GERSTEL), Rik de Vries (WLN), Liesbeth Visser (Aqualab-Zuid), Holger Gerstel (GERSTEL), Dr. Franz-Josef Schulte (RWW), Leo Heijnen (KWR) (v.l.n.r.)

Die Gewinner des diesjährigen Mülheim Water Award 2020 kommen aus den Niederlanden. Das Projekt von Wissenschaftlern des KWR Water Research Institute und Spezialisten vier weiteren niederländischen Trinkwasserlabore befasst sich mit einer neuen Methode zum Nachweis von Escherichia coli (E. coli) in der Routineanalytik, die nicht auf eine langwierige Züchtung von Bakterien in Kulturen setzt. Die Methode fußt vielmehr auf einem molekularbiologischen Ansatz, also der Vermehrung und Analyse bakteriologischer Erbsubstanz (Reverse-Transkriptase-Polymerase- Kettenreaktion, RT-PCR); sie benötigt mit vier Stunden weniger als ein Viertel der Zeit, die die Erzeugung und Untersuchung in Kulturen gezüchteter Bakterien erfordert. Die RT-PCR-Methode ist zudem höchst empfindlich, weil sie bereits auf eine geringe Bakterienlast reagiert.

 

 

Dr. Franz-Josef Schulte, Geschäftsführer der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, überreichte dem mit 10.000 Euro dotierten, von RWW und der GERSTEL GmbH & Co. KG aus Mülheim an der Ruhr gesponserten Preis. Stellvertretend für das Team nahmen Leo Heijnen von KWR, Liesbeth Visser von Aqualab-Zuid und Rik de Vries vom WLN Wasserlaboratorium den Preis entgegen. Die Ehrung der Preisträger erfolgte am 16. September 2020 am Rande des Mülheimer Wasseranalytischen Seminars (MWAS 2020) in der Stadthalle Mülheim/Ruhr.

Der Mülheim Water Award wurde erstmalig 2006 verliehen. Im Rahmen der bislang erfolgten sieben Wettbewerbe wurden insgesamt 150 Bewerbungen aus 25 verschiedenen europäischen Ländern eingereicht, die das gesamte Spektrum der Wasserwirtschaft abdeckten. Die nächste Vergabe erfolgt 2022. Auslobungsstart ist voraussichtlich im Dezember 2021.