Praxis

Arbeiten in Corona-Zeiten

pigadi GmbH

Andreas Wicklein, Geschäftsführer der pigadi GmbH, einem Unternehmen von Berlinwasser, beruft sich derzeit gerne auf ein Zitat des italienischen Soziologen Franco Ferrarotti: „Ich glaube, wenn die Krise vorbei ist, werden wir eine enorme Wiederkehr von Lebensfreude und Lust am Wiederaufbau erleben. Ähnlich wie am Ende des Krieges wird es in ganz Europa eine unglaubliche Explosion an Lebensfreude geben." Gemäß diesem Motto wünscht sich Wicklein, dass sich zeitnah auch die Fachwelt wieder im intensiven persönlichen Austausch auf Messen und unterschiedlichsten Weiterbildungsplattformen treffen kann. So seien die 14. Berlin-Brandenburger Brunnentage zwar dem Virus zum Opfer gefallen, aber mit dem 26. und 27. Oktober 2020 stehe bereits ein neuer Termin fest.

Rückblickend waren die Veränderungen für die pigadi GmbH im operativen Geschäft während der Monate März und April unwesentlich. Zwei-Personen-Crews waren weiterhin mit ihrer Technik bei den bundesweiten Brunnenbetreibern aus Wasserversorgung und Industrie in den beauftragten Maßnahmen und bei der Umsetzung von Regenerierungen und Sanierungen vor Ort, während das BackOffice bzw. die Administration aus dem Homeoffice agierte. Allerdings wurden Baustellen- und Kundenbesuche auf ein notwendiges Minimum reduziert.

 

 

Versorgungsunsicherheiten nach Covid-19 vermeiden
Alle Mitarbeiter der pigadi GmbH erhielten Akkreditierungsschreiben („systemrelevanter Dienstleister in einer kritischen Infrastruktur"), um so auf eventuelle und bundesweit unterschiedlich gehandhabte Ausgangssperren/Kontaktbeschränkungen im Frühling und Frühsommer vorbereitet zu sein. „Die intensive Kommunikation mit den Kunden hat deutlich gemacht, dass sie den planmäßigen Instandhaltungs- und Regenerierarbeiten an ihren Brunnen sehr hohe Priorität zuordnen“, sagt Andreas Wicklein. „Dies war den Prognosen eines wiederum trockenen Frühjahrs und Sommers 2020 geschuldet. Es soll vermieden werden, dass nach der Corona-Pandemie die Verfügbarkeit des Rohwassers zur Versorgungssicherheit aufgrund von Servicedefiziten gefährdet ist“ Resultierend aus den Erfahrungen der letzten Monate empfiehlt Wicklein die grundsätzliche Überprüfung mittel- und langfristiger Strategien zur Sicherung der Rohwasserförderung im Kontext Extremwetterereignisse plus eventueller Folgen aus Krisensituationen wie der jetzigen. Vorhandene Vertikal- und Horizontalfilterbrunnen müssten sich in bestmöglicher Betriebsbereitschaft befinden.

Vorbildliche Einsatzbereitschaft und vorzügliche Kooperation aller
Für Andreas Wicklein ist es wünschenswert, die vorausschauende Planung präventiver Maßnahmen über das gesamte „Versorgungsjahr“ zu optimieren. Außerdem seien europäisch einheitliche Regelungen unabdingbar, um zu gewährleisten, dass Dienstleistungen in systemrelevanten Infrastrukturen im Krisenmodus unbürokratisch und für Auftraggeber und Auftragnehmer verlässlich, pragmatisch handhabbar über Landesgrenzen hinaus gelebt werden sollten. Wicklein lobt explizit die tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die trotz der erstmalig erfahrenen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ihren „Laden am Laufen halten: Ich möchte mich sowohl bei den Kolleginnen und Kollegen unseres Unternehmens, aber auch bei den Verantwortlichen unserer Auftraggeber für die gelebte Einsatzbereitschaft, den gezeigten Pragmatismus, ein hohes Improvisationsvermögen und die vorzügliche Kooperation bis hin zur gemeinsamen Organisation von Montageunterkünften herzlich bedanken. Well done!“