Praxis

Baubeginn der weltweit ersten H2-Tankstelle für Passagierzüge

LNVG/Frick

Vertreter der beteiligten Unternehmen beim symbolischen Spatenstich Ende Juli 2020

Im niedersächsischen Bremervörde entsteht ab September die weltweit erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge des Modells Coradia iLint. Errichtet und betrieben wird die Tankstelle vom Gase- und Engineering-Unternehmen Linde im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. Weitere Projektpartner sind der Schienenfahrzeugbauer Alstom, das Land Niedersachsen und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser.

Nach der Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2021 ersetzt die H2-Tankstelle die bisherige mobile Betankungslösung. Mit einer Kapazität von rund 1.600 kg Wasserstoff pro Tag handelt es sich um eine der nominell größten Wasserstofftankstellen der Welt. Ab Anfang 2022 werden dort 14 von Alstom gelieferte wasserstoffbetriebene Regionalzüge täglich und bei Bedarf rund um die Uhr betankt. Erweiterungsflächen an der Tankstelle ermöglichen eine spätere Wasserstofferzeugung vor Ort mittels Elektrolyse und regenerativ erzeugtem Strom. Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Über den Coradia iLint
Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Der komplett emissionsfreie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab. Gezielt entwickelt für den Einsatz auf nichtelektrifizierten Strecken, ermöglicht er einen sauberen, nachhaltigen Zugbetrieb unter Beibehaltung einer hohen Leistung. Ende Februar 2020 wurde eine achtzehnmonatige Testphase für die ersten beiden Züge erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Bau der Tankstelle tritt das weltweit beachtete Mobilitätsprojekt tritt nun in die nächste Phase.