Arbeitswelten

Berufe in der Energiewirtschaft: Ich mach was mit Erdgas

Open Grid Europe GmbH

Jonas Fauser (rechts) bei der Unterweisung eines Auszubildenden an der Drehmaschine. Neben Aufbau und Funktion werden dabei auch alle Belange der Arbeitssicherheit erläutert.

Mein Name ist Jonas Fauser und ich bin 30 Jahre alt. Ich bin seit gut zehn Jahren als Ausbilder tätig; seit Januar 2017 arbeite ich bei der Open Grid Europe GmbH als Ausbildungsmeister Metall für Industriemechaniker im Bereich der Instandhaltung. Meine Aufgabe besteht also darin, junge Menschen beim Start ins Berufsleben zu unterstützen und optimal auf ihren späteren Beruf vorzubereiten.

Meine Tätigkeit beginnt bereits lange vor dem eigentlichen Ausbildungsstart: Ich führe z. B. im Vorfeld des Ausbildungsjahres die Vorstellungsgespräche mit den Bewerbern und präsentiere auf Fachmessen unser Unternehmen. Dabei geht es im Wesentlichen darum, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern und ihnen zu vermitteln, welche spannenden Aufgaben sie bei uns erwarten. Nach dem eigentlichen Start der Ausbildung bringe ich den Auszubildenden in den ersten 18 Monaten dann die theoretischen und praktischen Grundlagen ihres zukünftigen Berufes bei: Angefangen bei der manuellen Materialbearbeitung bis zur maschinellen Fertigung einzelner Komponenten. Ziel dabei ist es, meine Auszubildenden bestmöglich auf den ersten Teil der Abschlussprüfung vorzubereiten. Während der darauffolgenden überbetrieblichen Ausbildung betreue ich die Azubis bei den Außeneinsätzen auf unseren Verdichterstationen und führe mit meinen Kollegen regelmäßig Lehrgänge durch, um das Fachwissen meiner Auszubildenden zu vertiefen und zu festigen.

Der Alltag bei uns in der Lehrwerkstatt ist recht strukturiert: Die Arbeiten sind bereits im Voraus geplant, sodass jeder Ausbilder und Auszubildende seine Tätigkeiten im Blick hat. Während der Arbeiten fallen immer wieder Fragen oder Problemstellungen an, die ich dann mit meinen Azubis analysiere und gemeinsam mit ihnen löse. Alle ausgeführten Arbeiten werden im Anschluss bewertet – dieses Feedback ist für beide Seiten sehr wichtig, um die Entwicklung jedes Einzelnen feststellen zu können.

In den zehn Jahren, in denen ich jetzt als Ausbilder arbeite, hat sich einiges in der Berufsausbildung getan: Neben neuen Techniken und Lehrinhalten haben sich auch die Ansprüche der Bewerber und Auszubildenden verändert. Ich würde z. B. gerne den Frauenanteil in unserem Berufsfeld vergrößern, doch leider gibt es dafür zu wenige junge Frauen, die einen handwerklichen Beruf erlernen möchten.

Mein wichtigstes „Arbeitsgerät“ sind die vielen jungen Menschen, mit denen ich täglich arbeite. Sie sind auch der Grund dafür, dass ich meinen Beruf so sehr schätze: Nach dem Ende der Ausbildung bin ich immer wieder stolz darauf, was sie in den 3,5 Jahren der Ausbildung erreicht haben. Auch die Ausbildung von Geflüchteten hat meinen Horizont in jüngerer Zeit enorm erweitert: Es ist faszinierend, wie dankbar diese Menschen sind, wenn sie die Chance haben, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Diese tiefe Dankbarkeit und die Motivation, die ich hier erfahren habe, zählen zu den schönsten Momenten in meinem Arbeitsleben.