Praxis

Chemiepark Marl setzt auf Gaskraftwerke

Evonik Industries AG

Voraussichtlich im Jahr 2022 wird im Chemiepark Marl der letzte Kohlemeiler von Netz gehen.

Ende der Stromerzeugung aus Kohle im Chemiepark Marl: Der im nördlichen Ruhrgebiet gelegene Industriepark soll nach dem Willen des Betreibers, der Evonik Industries AG, mit einem modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) ausgestattet werden. Das hocheffiziente, flexible und mit Erdgas betriebene Kraftwerk wird nach Unternehmensangaben das letzte noch in Betrieb befindliche Kohlekraftwerk ersetzen und durch seinen Wirkungsgrad von 89 Prozent pro Jahr eine Million t CO2 einzusparen. Die entsprechenden Pläne für den Bau des aus zwei Blöcken bestehenden GuD-Kraftwerks wurden am 30. August unterzeichnet.

Errichtet wird das neue Gaskraftwerk, das über eine Leistung von 180 Megawatt verfügen soll, von Siemens Gas and Power; der Start der Bauarbeiten ist noch für dieses Jahr geplant. Eine Besonderheit der neuen Anlage: Sie wird neben der Strom- auch für die Dampfproduktion eingesetzt und soll demnach in der Lage sein, pro Stunde bis zu 440 t Dampf zu erzeugen. Am Standort Marl können das geplante Gaskraftwerk und der Energieträger Erdgas ihre Vorteile voll ausspielen: Mit seiner hochflexiblen Laststeuerung kann das Kraftwerk die volatile Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz ausgleichen und damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Energiewende leisten.

Mit der geplanten Fertigstellung des neuen Gaskraftwerks im Jahr 2022 geht in dem Chemiepark eine Ära zu Ende: Über 80 Jahre lang wurden in Marl Strom und Dampf auf der Basis von Steinkohle erzeugt.