Praxis

Die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Harz Energie Netz GmbH

Simon Pautsch misst mit seinem wichtigsten Werkzeug, dem Spannungsprüfer, die Spannung an einer Niederspannungsverteilung in Osterode am Harz.

Mein Name ist Simon Pautsch und ich bin 19 Jahre alt. Seit August 2013 mache ich eine Ausbildung zum Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik bei der Harz Energie Netz GmbH und bin aktuell im 4. Ausbildungsjahr. Auf meinen Ausbildungsplatz bin ich durch Zeitungsanzeigen in der lokalen Presse und durch das Internet aufmerksam geworden. Anschließend habe ich mich auf der Webseite der Harz Energie näher über den Ausbildungsberuf und den Betrieb informiert.

Die Ausbildung zum Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik dauert insgesamt 3,5 Jahre. Die praktischen Inhalte bekomme ich in den einzelnen Fachabteilungen vermittelt und das theoretische Fachwissen lerne ich an einem Tag pro Woche, in zwölf Lernfelder gegliedert, in der Berufsschule. Zusätzlich werden alle praktischen und theoretischen Inhalte in neun überbetrieblichen Lehrgängen im Berufsbildungszentrum Hildesheim eingeübt.

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich: So bin ich beispielsweise im Ortsnetz (1 kV/20 kV), im Hochspannungsnetz (60/110 kV) sowie in Hochbehältern und Gasübernahmestationen (Steuerungstechnik) tätig. Außerdem verlege ich Strom-Hausanschlüsse, wechsele Zähler und installiere Straßenbeleuchtungsanlagen. Auch in den Bereich Fernmeldetechnik habe ich während meiner Ausbildung einen Einblick erhalten.

An einem typischen Arbeitstag erhalte ich morgens die Arbeitsaufträge von meinem Meister und arbeite diese im Team mit einem erfahrenen Gesellen ab. Zu den häufigsten Aufgaben zählen beispielsweise Wartungsarbeiten in unseren Stromumspannwerken, Reparaturen im Ortsnetz oder Installationsarbeiten in einem Trinkwasserhochbehälter. Am Ende des Tages dokumentiere ich die Tätigkeiten in meinem Ausbildungsnachweis.

Mein wichtigstes Werkzeug ist der Spannungsprüfer: Auf ihn kann ich nicht verzichten, da ich vor jeder Arbeit an elektrischen Teilen – wie in den fünf Sicherheitsregeln festgehalten – zunächst die Spannungsfreiheit feststellen muss, um einen elektrischen Schlag zu vermeiden.

Das bisher schönste Erlebnis in meiner Ausbildung war ein mehrtägiger Lehrgang bei der Firma Hager in Trittenheim an der Mosel. Dort habe ich viel zusätzlichen Input erhalten, der sonst nicht Teil der Ausbildung ist, z. B. zu Bus-Systemen und Bauteilen. Ich musste mich für die Lehrgangsteilnahme bewerben und wurde als einer von 110 Auszubildenden deutschlandweit ausgewählt. Sehr viel Spaß haben mir auch die Dreharbeiten für das Jobkino der Harz Energie gemacht: Wir Auszubildenden haben darin in Eigenregie mehrere Kurzfilme entwickelt, in denen wir unsere Ausbildungsberufe vorstellen. Ein Kameramann hat uns dann bei der professionellen Umsetzung dieser Filme geholfen – und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Gefreut habe ich mich auch über die Nachricht, dass mein Ausbildungsbetrieb mich nach der Ausbildung unbefristet übernehmen wird.

Am meisten gefällt mir, wie vielseitig meine Ausbildung ist: Ich arbeite an verschiedenen Orten im Netzgebiet an sehr unterschiedlichen Aufgaben und bekomme bereits jetzt viel Verantwortung übertragen. Elektroniker ist zudem ein sicherer und zukunftsorientierter Beruf: Elektroinstallationen im Haus und Versorgungsleitungen wird es immer geben. Ohne Strom funktioniert keine Heizung, Wohnungen bleiben dunkel und elektronische Geräte wie das Smartphone, aber auch das Internet würden nicht funktionieren.
 

Weitere ausführliche Informationen zu den verschiedenen Ausbildungsberufen im Bereich Elektrotechnik und Elektronik findet Ihr auf den Berufswelten Energie & Wasser!