Praxis

DVGW-Studien zeigen: Schneller Klimaschutz im Wärme- und Verkehrssektor mit Biomethan

Ingo Bartussek/fotolia.com

Der Klimaschutz erfordert eine rasche und effiziente CO2-Reduktion. Erneuerbare Gase wie Biomethan bieten hier große Chancen, da sie sofort zur Verfügung stehen und dezentral und heimisch erzeugt werden können. Dies belegen zwei aktuelle DVGW-Studien, die im Februar 2021 vorgestellt und mit Vertretern aus der Politik diskutiert wurden. Zentrale Erkenntnis: Mit der Weiterentwicklung von Biogasanlagen besteht in Deutschland ein höheres Erzeugungspotenzial für Biomethan als bisher angenommen. Werden hierfür alle Biomassequellen genutzt, die heute und in Zukunft zur Verfügung stehen, könnte Biomethan im Jahr 2050 mit rund 300 Terawattstunden einen Großteil des inländischen Endenergiebedarfs decken.


„Mit dem bestehenden Biogas-Anlagenpark stehen schon jetzt heimisch erzeugte klimaneutrale Gase zur Verfügung, die aktiven Klimaschutz ab sofort ermöglichen. Methan aus Biogas kann problemlos mit der Gasinfrastruktur transportiert werden und erreicht darüber Millionen Verbraucher“, sagte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke im Rahmen der Studienpräsentation. Die Wärmeversorgung – sowohl im Neubau als auch im Gebäudebestand – lasse sich so klimaneutral umgestalten, und zwar zügig, dezentral und günstig.


Nach Meinung von Horst Seide, Präsident des Fachverband Biogas, stellt die Produktion von Biomethan eine große Chance dar und kann für viele Bestandsanlagen eine Perspektive auch für die Zeit nach Ablauf der EEG-Vergütung darstellen. „Wir sind bereit zu liefern. Doch hierfür brauchen wir den politischen Willen sowie funktionierende Anreizsysteme“, so Seide. Insbesondere im Kraftstoffsektor dürfe man das Potenzial nicht durch eine zu niedrige Treibhausgas-Quote oder den pauschalen Ausschluss von biogenem Wasserstoff verbauen.


Das im Rahmen der Studien vorgestellte Zukunftskonzept besteht aus drei Schritten: Zuerst werden Biogasanlagen umgerüstet, um das Biogas aufzubereiten und ins Gasnetz einzuspeisen. Die Kombination der Anlagen mit Power-to-Gas ist ein weiterer wichtiger Schritt. Dabei wird das im Biogas enthaltene CO2 mit erneuerbarem Wasserstoff aus Elektrolyse-Anlagen in synthetisches Methan umgewandelt. Dieses kann wie das eigentliche Biomethan direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Kleinere, benachbarte Biogasanlagen werden über Sammelleitungen mit einer zentralen Gasaufbereitungsanlage und so ebenfalls an die Gasinfrastruktur angeschlossen.


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