Praxis

Fundaufklärungen im Grundwasser werden beschleunigt

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Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln auf einem Feld: Ein neues Verfahren soll die Fundaufklärung für Wasserversorger transparenter machen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Ablauf von Fundaufklärungen bei Grenz- und Leitwertüberschreitungen von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen und -Metaboliten im Grundwasser erheblich beschleunigt. Diese sollen künftig innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen sein, davon entfallen zehn Monate auf die Erstellung der Fundaufklärung durch den bzw. die Zulassungsinhaber. Außerdem wird das BVL in Zukunft regelmäßig über die Ergebnisse abgeschlossener Fundaufklärungen berichten. In der Vergangenheit hatte der DVGW wiederholt beklagt, dass sich Fundaufklärungen oft über viele Jahre hinziehen, für Wasserversorger intransparent sind und teilweise ergebnislos im Sande verlaufen.

Zur Beschleunigung des Verfahrens wurden Zuständigkeiten, Kommunikationsabläufe und Fristen für jeden Schritt festgelegt und ein vereinfachter Meldebogen entwickelt. Das Verfahren zur Fundaufklärung ist auf der Webseite des Bundesamtes beschrieben, wo auch das Meldeformular zum Download bereitsteht und Ansprechpartner benannt sind. Ab sofort können betroffene Parteien – dazu gehören ausdrücklich auch die Wasserversorgungsunternehmen – dem BVL Funde melden; ein „Fund“ ist in diesem Zusammenhang eine validierte Detektion im Grundwasser von > 0,1 μg/l von Wirkstoffen und relevanten Metaboliten (Grenzwert) oder > 10 μg/l von nicht relevanten Metaboliten (Leitwert). Bereits eine einmalige Überschreitung des Grenz- oder Leitwertes führt zu der Veranlassung eines Fundaufklärungsverfahrens. Wird bei nicht relevanten Metaboliten der Leitwert eingehalten, aber der im Trinkwasserrecht geltende gesundheitliche Orientierungswert (GOW) überschritten, dann empfiehlt das BVL dem Zulassungsinhaber ein Fundaufklärungsverfahren.

Das Meldeformular sowie die verbesserten Verfahrensabläufe wurden auf Initiative des DVGW im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans zur Nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ (NAP Pflanzenschutz) durch die Unterarbeitsgruppe „Trinkwasser“ gemeinsam mit BVL, Umweltbundesamt, LAWA, DBVW, Pflanzenschutzdiensten der Länder und dem Industrieverband Agrar erarbeitet.