Praxis

Ich mach was mit Erdgas

Stadtwerke Düsseldorf AG/Unternehmenskommunikation

Florian Richter bei der Durchführung einer Freischaltung. Diese ist notwendig, damit seine Kolleginnen und Kollegen sicher an der spannungslosen Anlage arbeiten können.

Mein Name ist Florian Richter und ich bin 30 Jahre alt. Ich habe 2007 meine Ausbildung bei den Stadtwerken Düsseldorf zum Mechatroniker begonnen und arbeite seit dem Ausbildungsende als Schichtelektriker in dem Unternehmen. Seit dem Jahr 2011 werde ich im Kraftwerk an der Lausward, einem großen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Düsseldorfer Hafen, eingesetzt.

Zu meinen Aufgaben gehört beispielsweise die Überwachung unserer Kraftwerksanlagen. Wenn es zu einer Störung in meinem Verantwortungsbereich kommt, bin ich im Einsatz und versuche, den Normalbetrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen. Die Gründe für Störungen können dabei sehr vielseitig sein; angefangen von einfachen Fehlermeldungen bis hin zum Ausfall einzelner Aggregate oder Gesamtanlagen. Damit es im besten Fall erst gar nicht zu einer Störung kommt, führe ich darüber hinaus Betriebskontrollen gemäß den Kontrollplänen aus. Außerdem bin ich für die Sicherstellung der Produktion von Strom und Fernwärme zuständig, hierbei koordiniere ich die Fahrpläne und melde relevante Abweichungen an den Energiehandel. Zum Aufgabenspektrum zählen aber auch die Überwachung der Brandmeldeanlage oder die Koordinationsaufgaben laut dem sogenannten Betrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan (BAGAP).

Die größten Veränderungen in meinem Beruf sind auf die Digitalisierung zurückzuführen, diese prägt das gesamte Geschäft der Stadtwerke Düsseldorf und ist auch aus meinem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Als ich beispielsweise vor zwölf Jahren meine Ausbildung begonnen habe, waren viele Aufgaben noch handwerklicher Natur. Inzwischen wurde einiges davon digitalisiert, wie beispielsweise die Automatisierung und leittechnische Überwachung vieler Kraftwerkskomponenten. Ich liebe das Handwerk und finde es spannend mitzuverfolgen, wie es sich zunehmend digitalisiert. Doch trotz aller Veränderungen bleibt mein Kopf mein wichtigstes „Arbeitsgerät“: Zahlreiche Entscheidungen, die ich täglich treffe, beruhen auf dem Abwägen vieler Einflussfaktoren und jahrelanger Erfahrung – und das kann kein Arbeitsgerät leisten. Nur wer zu 100 Prozent bei der Sache ist, bringt weder sich noch seine Kolleginnen und Kollegen in Gefahr und kann den reibungslosen Betrieb aufrechterhalten.

Am meisten an meinem Beruf mag ich die Abwechslung und den großartigen Zusammenhalt in unserem Team. Die schönste Erfahrung in meinem Berufsleben ist die Erkenntnis, dass ich mich immer und überall auf meine Kolleginnen und Kollegen im Kraftwerk verlassen kann. Die Stadtwerke sind im Laufe der Jahre darüber hinaus zu einer richtigen Arbeitsfamilie für mich geworden: Auf Schicht verbringt man viel Zeit miteinander, ab und zu auch mal an Feiertagen wie Weihnachten und Silvester. An diesen Tagen kommt man dann auch mit der „Familie“ zusammen – nur eben auf der Arbeit.