Praxis

Ich mach was mit Erdgas

Thyssengas GmbH

Sebastian Trybel verfolgt live einen 24 km langen autonomen Drohnen-Flug über der Thyssengas-Leitungstrasse.

Dieser Artikel stammt aus der
DVGW energie | wasser-praxis
11 / 2019


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Mein Name ist Sebastian Trybel, ich bin 28 Jahre alt und arbeite seit dem 1. April 2019 bei der Thyssengas GmbH. Hier durchlaufe ich ein 18-monatiges Trainee-Programm, in dessen Rahmen ich einen Gesamtüberblick über das Unternehmen erhalte und in jeweils sechs Monaten die drei technischen Bereiche von Thyssengas kennenlerne. Abgerundet wird das Programm noch durch Stationen in den kaufmännischen Bereichen und interessante Weiterbildungsangebote zur Weiterbildung. Parallel zu dem Programm wurde ich darüber hinaus in zusätzliche Projekte des Unternehmens eingebunden.

Mein besonderes Highlight bislang war das „Drohnen-Projekt“. Dort liegt das Hauptaugenmerk darauf, die Netzinfrastruktur in Zukunft mittels vollständig autonomer Drohnen zu überwachen. Um den sicheren Betrieb unserer Leitungstrassen zu gewährleisten, werden diese bislang alle zwei Wochen mit Hubschraubern abgeflogen – ein kostspieliges Unterfangen, welches darüber hinaus noch Emissionen und Lärm verursacht. Das Ziel unseres Projektes ist es vor diesem Hintergrund, unter Beweis zu stellen, dass die Überwachung der Leitungstrassen auch mittels autonom fliegender Drohnen vorgenommen werden kann. Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Drohnenflüge „Beyond Visual Line Of Sight“ (BVLOS), also ohne eine direkte Sichtverbindung zur Drohne, stattfinden sollen. Meine Aufgaben bestanden in diesem Zusammenhang z. B. darin, mit Eigentümern zu kommunizieren, von deren Grundstücken aus die Drohnen starten konnten. Darüber hinaus habe ich die notwendigen Reisetätigkeiten für das Projektteam organisiert und z. B. Flugplätze, Krankenhäuser und weitere relevante Akteure informiert, die auf der Flugroute lagen. Dass es uns gelungen ist, in einem ersten Schritt die Genehmigungen der Behörden für die ersten Testflüge zu bekommen und anschließend eine Strecke von 24 km mit den autonomen Drohnen zu befliegen, hat mich als Projektmitarbeiter sehr stolz gemacht!

Zu Beginn des Trainee-Programms habe ich allerdings zunächst an unserem Standort in Dortmund-Brechten die Kollegen unterstützt, die das 4.200 km lange Leitungsnetz und die ca. 200 Stationen warten, instandhalten und im Fall von Betriebsstörungen den Bereitschaftsdienst versehen.

Weitere Stationen in meinem Traineeprogramm war u. a. der Thyssengas-Standort in Hünxe, wo ich mein Wissen im Bereich des Betriebs von Verdichteranlagen und zu Biogasthemen erweitern konnte. In der Dortmunder Hauptverwaltung lag mein Aufgabenbereich im Einkauf, wo ich die Abläufe, Richtlinien und verschiedenen Prozesse kennengelernt habe und sogar in Vergabegespräche und in die Gestaltung der zugehörigen Verträge eingebunden war. Mittlerweile kümmere ich mich wieder um die Planung weiterer Testflüge unserer Drohne, bevor ich demnächst einen Blick in die Netzentwicklung und das Assetmanagement werfe.

Einen typischen Arbeitstag in meinem Trainee-Programm gibt es in Anbetracht dieser vielfältigen Aufgaben und Stationen nicht. Stattdessen habe ich hier die Gelegenheit, einen abwechslungsreichen Einblick in die verschiedenen Abteilungen, Bereiche und Projekte zu erhalten und mich selbst einzubringen. Hierdurch findet ein ständiger Wissenstransfer statt, der mich sowohl fordert als auch fördert. Genau diese wechselnden Tätigkeitsfelder schätze ich an dem Trainee-Programm mit am meisten. Toll finde ich auch die Möglichkeit, in interessanten Projekten wie z. B. dem Drohnen-Projekt mitzuwirken und dort durch meine Arbeit einen Beitrag zu deren Gelingen beizusteuern. Eine der schönsten Erfahrungen in diesem Zusammenhang war der erste Start und die erste Landung unserer autonomen Drohne Mitte August des letzten Jahres.