Praxis

Ich mach was mit Erdgas und Trinkwasser

Gemeindewerke Wendelstein

Wassermeisterin Anja Arztenhofer bei einer Baustellenbesprechung

Mein Name ist Anja Arztenhofer und ich bin 43 Jahre alt. Seit 1991 bin ich durchgängig bei den Gemeindewerken Wendelstein in Mittelfranken tätig: Nachdem ich im Jahr 1994 meine Ausbildung zur Ver- und Entsorgerin in der Fachrichtung Wasserversorgung abgeschlossen habe, habe ich zwischen 1998 und 2000 eine Weiterbildung zur Wassermeisterin absolviert. Seit dem Jahr 2012 bin ich als Leiterin des Netzbetriebs Wassers tätig. 2015 haben wir die TSM-Prüfung bestanden und ich wurde zur technischen Führungskraft Wasser ernannt, gleichzeitig bin ich in unserem Unternehmen auch noch Ansprechpartnerin für das Gasnetz und leite die Wasserwerksnachbarschaft im Landkreis Roth.

Entsprechend vielfältig sind meine Aufgaben: So plane und überwache ich z. B. alle Maßnahmen rund um die Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung und Verteilung des Trinkwassers. Auch der Einsatz unserer Mitarbeiter und die Koordinierung von Fremdfirmen liegen in meinem Verantwortungsbereich. Als Ansprechpartnerin für unser Gasnetz obliegt mir darüber hinaus die Kommunikation mit den Kunden sowie den Versorgungsträgern. Und als Leiterin der Wasserwerksnachbarschaft bin ich dafür verantwortlich, die sogenannten Nachbarschaftstage bei den verschiedenen Versorgern im Landkreis Roth zu organisieren und durchzuführen. Mein Arbeitstag beginnt in der Regel mit einer kurzen Mitarbeiterbesprechung, anschließend stehen Vorplanungen und Auftragsabwicklungen für die auszuführenden Maßnahmen sowie die Koordination unserer Baustellen auf dem Programm. Häufig telefoniere ich dazu auch mit den zuständigen Behörden, den Mitarbeitern im Haus sowie unseren Außendienstlern, aber auch mit unseren Kunden. Von den praktischen Arbeiten, die ich früher als Fachkraft ausgeführt habe, ist fast nichts mehr übriggeblieben, und ich verbringe oft ganze Arbeitstage ausschließlich an meinem Schreibtisch. Der Computer und mein Handy sind deshalb auch meine wichtigsten Arbeitsgeräte!

An meinem Beruf schätze ich vor allem die abwechslungsreichen Aufgaben und den Kontakt zu den vielen unterschiedlichen Menschen, mit denen ich jeden Tag zu tun habe. Toll finde ich auch das Miteinander und die Hilfsbereitschaft, die in unserem Unternehmen und im Kontakt mit den Wassermeistern anderer Unternehmen herrschen. Als wir beispielsweise im Jahr 2015 ungeplant ein großes Schieberkreuz erneuern mussten und die Arbeiten nicht wie geplant liefen, habe ich kurzfristig einen Kollegen angerufen und um Unterstützung gebeten. Der ist dann auch ohne großes Aufheben direkt gekommen – und das, obwohl er eigentlich Urlaub hatte! Die Arbeiten konnten dann gemeinsam erledigt werden, auch wenn es etwas länger gedauert hat. Für diesen Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung bin ich sehr dankbar!