Praxis

Ich mach was mit Erdgas

CeH4 technologies GmbH

Nicolas Koch bei der Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen an einem Befüllfahrzeug, in diesem Fall des sogenannten Totmannschalters. Bei der Befüllung darf kein Odormittel in die Umwelt entweichen, daher sind in dem Fahrzeug mehrere Sicherheitssysteme eingebaut.

Mein Name ist Nicolas Koch und ich bin 32 Jahre alt. Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren arbeite ich bei der CeH4 technologies GmbH in Celle, aktuell als Projektleiter im Bereich Service/Odorierung. Zuvor hatte ich im Rahmen meines Studiums ein Praktikum im Bereich Service absolviert und war anschließend über ein Jahr lang als studentische Aushilfe in dem Unternehmen tätig. In meiner jetzigen Funktion bin ich dafür verantwortlich, den Service im Bereich „Odor“ zu organisieren und weiter auszubauen. Diesen Bereich haben wir im Jahr 2016 gestartet; heute betreuen wir mit aktuell zwei Befüll-LKW sowie drei Messfahrzeugen für die Odor-Konzentrationsmessung etliche Kunden im ganzen Bundesgebiet.

In Deutschland werden dem an sich geruchlosen Erdgas Odoriermittel in genau festgelegten Konzentrationen beigemischt, um über deren charakteristischen und sehr intensiven Geruch z. B. Gasleckagen schnell identifizieren zu können. Hierfür betreiben die zuständigen Netzbetreiber bzw. Stadtwerke spezielle Gas-Odorieranlagen, zudem sieht das DVGW-Regelwerk eine Kontrolle der Odoriermittelkonzentration in einem halbjährlichen Rhythmus vor. Unser Unternehmen hat sich in diesem Bereich innerhalb der letzten Jahre zu einem Volldienstleister entwickelt, der für seine Kunden von der Befüllung der Odorieranlagen bis zur Durchführung der geforderten Konzentrationsmessungen zahlreiche Services anbietet. Meine Aufgabe ist es vor diesem Hintergrund u. a., die Befüllung der Anlagen mit den Odoriermitteln zu organisieren, die Wartung der Anlagen zu planen und Hilfestellung bei Störungen zu geben.

An einem typischen Arbeitstag erstelle ich z. B. Angebote im Bereich Service, plane anhand der gemeldeten oder ermittelten Odor-Füllstände die Touren für unsere Befüllfahrzeuge und beantworte im Gespräch mit unseren Kunden deren Fragen zum Thema Odorierung. Eines meiner wichtigsten Arbeitsgeräte ist dabei das auf dem Foto zu sehende Befüllfahrzeug mit einem 1-t-Odorgebinde: Es handelt sich dabei um eine Sonderanfertigung, die speziell nach unseren Anforderungen gebaut wurde.

Eine der größten Herausforderungen in meinem bisherigen Berufsleben war der großflächige Wechsel in einigen Versorgungsgebieten vom Odorstoff „S-free“ auf „Spotleak 1005“, da hier in kurzer Zeit eine große Anzahl von Odorierungsanlagen auf den neuen Odorstoff umgestellt werden mussten. Am meisten an meiner Tätigkeit mag ich die technischen Herausforderungen bei der Anlagenauslegung, den Austausch mit unseren Kunden und die abwechslungsreichen Aufgaben. Besonders spannend war es für mich auch, den Aufbau und das Wachstum unseres Odorierbereiches – mit allen seinen Verantwortungen – live mitzuerleben.