Daseinsvorsorge

Karlsruher Trinkwasser zu 100 Prozent klimaneutral

Ivan Bajic - istockphoto

Seit Anfang 2018 stellen die Stadtwerke Karlsruhe ein zu 100 Prozent klimaneutrales Trinkwasser zur Verfügung. Damit geht das Unternehmen eigenen Angaben nach einen großen Schritt auf dem Weg zum klimafreundlichsten Stadtwerk Deutschlands.

100 Prozent klimaneutrales Trinkwasser bedeutet, dass die Wasserversorgung von der Grundwasserförderung bis zum Zapfhahn in Haushalten und Betrieben ohne schädliche Treibhausgasemissionen bereitgestellt wird. Die Klimaneutralstellung wurde über drei Maßnahmen erreicht: Bereits 2013 begannen die Stadtwerke weitreichende Energieeinsparungen vorzunehmen. Dabei half ein zertifiziertes Energiemanagementsystem, mit dem der Strombedarf für die Trinkwasserversorgung kontinuierlich gesenkt wurde. Allein durch den Austausch der Unterwasserpumpen konnten laut Prof. Dr. Matthias Maier, Leiter der Trinkwassergewinnung, 72.000 kWh Strom eingespart werden. Desweiteren wird der verbleibende Stromeigenbedarf, z. B. für Pumpen und Brunnen, seit 2014 komplett durch Ökostrom des ok-power-Siegels gedeckt. Damit werden jährlich über 4.000 Tonnen CO2 vermieden.

Allein durch diese beiden Maßnahmen können bereits etwa 95 Prozent der benötigten Energie ohne Treibhausgasemissionen genutzt werden. Die Emissionen der verbleibenden 5 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs – für Dienstfahrzeuge, Heizungswärme und Notstromaggregate – können die Stadtwerke noch nicht vollständig vermeiden. Daher werden diese vergleichsweise geringen CO2-Mengen seit Anfang 2018 über Zertifikate des Karlsruher Klimafonds ausgeglichen. Dabei werden in lokalen Klimaschutzprojekten und streng überwachten Aufforstungsprojekten in den Regenwäldern von Ecuador Bäume gepflanzt, die die entsprechenden CO₂-Mengen aus der Luft binden.

Klimaschutz aus der Wasserleitung

Wer gesunde Ernährung mit nachhaltiger Lebensweise kombinieren möchte, für den ist das klimaneutrale Leitungswasser ein ideales Getränk. Für einen Liter Trinkwasser entstehen auf dem gesamten Weg bis in den Wasserhahn keinerlei Treibhausgas-Emissionen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß für einen Liter Trinkwasser liegt in Deutschland bei 0,82 Gramm. Für einen Liter Mineralwasser fallen sogar rund 201 Gramm an. Dazu kommen große Mengen an Plastikflaschen und die Umweltbelastung durch die Lkw-Transporte. „Das Schleppen von Wasserkisten kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes sparen“, so Prof. Maier, denn Trinkwasser ist nicht nur gesund, sondern vor allem konkurrenzlos günstig: Ein Liter kostet nicht einmal einen viertel Cent.