Praxis

Umweltbundesamt warnt vor Konflikten um Wasser

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Zukünftige Trockensommer könnten dafür sorgen, dass Landwirte stärker als bisher die Wasser-Vorräte nutzen, um ihre Pflanzen zu beregnen.

Mit Blick auf die zunehmend trockener und wärmer werdenden Sommer in Deutschland warnt das Umweltbundesamt (UBA) in einer aktuellen Stellungnahme davor, dass die Wasser-Verteilung demnächst zu einem Thema werden könnte – erstmals seit mehreren Jahrzehnten. Grund dafür sei, dass die Landwirtschaft als Nutzer der Wasser-Vorräte in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen könnte: Unter dem Eindruck von zunehmender Trockenheit und Hitzerekorden müssten die Landwirte die Beregnung ihrer Felder in Zukunft verstärken. Aktuell hat die sogenannte Beregnungs-Landwirtschaft in Deutschland nur einen Anteil von 2,7 Prozent, dies könnte sich aber bereits in naher Zukunft erhöhen.

Zwar liegen nach UBA-Angaben noch keine Daten zur Grundwassermenge für das vergangene Jahr vor; gleichwohl sei zu befürchten, dass sich die Pegel der Grundwasserleiter noch nicht auf den Stand vor dem Rekordsommer 2018 erholt hätten. Verschärft wird die Situation dadurch, dass der Juni 2019 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der wärmste und sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sei.

Auch aus diesem Grund fordert der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) im Rahmen seines kürzlich vorgestellten „Wasser-Impulses“, den Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung gegenüber konkurrierenden Nutzungsansprüchen (z. B. aus Landwirtschaft und Industrie) gesetzlich zu verankern. Hintergrund sei, dass seit geraumer Zeit eine wachsende Nutzungskonkurrenz zu beobachten sei, sowohl im Hinblick auf die Flächen als auch auf die Ressourcen. Die zunehmend heißer und trockener werdenden Sommer könnten diesen Trend noch verstärken.