Auf dem Weg zu smarten Daten für die Wasserversorgung

Wie können Künstliche Intelligenz, Algorithmen oder Datenplattformen den Unternehmen der Wasserversorgung helfen, die Aufgaben der Zukunft zu meistern? Das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser und die Stadtwerke Karlsruhe luden am 14. November 2018 zum Thema Tech-Transfer - Digitalisierung in der Wasserversorgung ein.

„Wir möchten das Schlagwort Digitalisierung aus der Wolke herunterholen und konkrete Anwendungen in der Wasserversorgung vorstellen“ so formulierte der Geschäftsführer des TZW, Dr. Josef Klinger, in seiner Begrüßung das Ziel der Tagung. Für den Kooperationspartner, die Stadtwerke Karlsruhe, benannte der Leiter des Geschäftsbereichs Trinkwasser, Prof. Dr. Matthias Maier, gute Gründe, sich intensiv mit der Digitalisierung zu beschäftigen. „Neben deutlich effizienteren Prozessen, einer höheren Transparenz unserer Aktivitäten und einem vereinfachten Wissenstransfer erreichen wir mit Daten in Echtzeit auch eine geringere Reaktionszeit bei außergewöhnlichen Ereignissen.“

Wie das Sammeln, Vernetzen und Auswerten von Daten die tägliche Arbeit in Wasserversorgungsunternehmen im Detail unterstützen und erleichtern kann, zeigte die Präsentation der Integrationsplattform watener durch Jorge Helmbrecht von der Firma INCLAM und Dr. Dirk Kühlers von den Stadtwerken Karlsruhe. Die Plattform ermöglicht beispielsweise eine aussagekräftige Visualisierung von Rohrnetzmodellen, die passgenaue Aufbereitung von Kennzahlen für die verschiedenen Unternehmensbereiche sowie die energiesparende Fahrweise der hydraulischen Pumpen mittels selbstlernender Betriebssysteme.

Im Technologiezentrum Wasser beschäftigt man sich bereits in mehreren Projekten mit der Digitalisierung und präsentierte einige konkrete Anwendungsbeispiele. Für Wasserversorger ist eine Bedarfsprognose grundlegend für eine optimale Bewirtschaftung der Ressourcen und Anlagen. Ein Forscherteam des TZW am Standort Dresden arbeitet daran, kurz-, mittel- und langfristige Vorhersagemodelle auf Basis neuronaler Netze oder der Kombination verschiedener Methoden zu entwickeln und robuster zu machen.

Risiken für die Wasserqualität und die Versorgungssicherheit frühzeitig zu erkennen, ist gerade in Gebieten mit Wasserknappheit von entscheidender Bedeutung. Im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts TRUST testet das TZW in einer Pilotregion in Peru, unter welchen Voraussetzungen digitale Werkzeuge wie Daten von Erdbeobachtungssatelliten, Algorithmen und Online-Tools herkömmliche Methoden ergänzen können. Insbesondere in ländlichen, schwer zugänglichen Regionen kann so eine datenbasierte Gefährdungsanalyse für Wassereinzugsgebiete erstellt werden.

Mit diesen und weiteren Beispielen an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis gelang es bei der Veranstaltung in Karlsruhe zu zeigen, wie Digitalisierung vom wolkigen Schlagwort in konkrete Anwendungen heruntergebrochen werden kann. „Eine tolle Veranstaltung“ so lautete das Fazit eines der rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus deutschen und europäischen Unternehmen der IT- und der Wasserbranche sowie aus Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen.