Wasserverteilung

Jobs in der Wasserversorgung: Netzmonteur für Wassernetze

Jürgen Männel

Uwe Wetzel beim Aufsetzen eines Schieberdrehgerätes zum Abstellen eines Leitungsabschnittes für die Reparatur des Rohrschadens

Mein Name ist Uwe Wetzel und ich bin 53 Jahre alt. Nachdem ich im Jahr 1981 im damaligen Energiekombinat Dresden meine Ausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter begonnen habe, wurde ich zunächst als Betriebsschlosser eingesetzt, habe mich 1994 zum Schweißer qualifiziert und war anschließend für einen namenhaften mitteldeutschen Rohrleitungsbauer tätig. Seit 1995 arbeite ich bei der Dresden Wasser und Abwasser GmbH, die seinerzeit mit anderen Versorgungsunternehmen zur heutigen DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH fusioniert wurde. Mein Einstieg in die Wasserversorgung erfolgte damals als Netzmonteur mit den Aufgaben der Störungsbeseitigung im Wassernetz – ein Arbeitsfeld, in dem es nach der Wende einen großen Nachholbedarf gab. Seither bin ich aus dem Rohrgraben in die praktische Organisation und Betreuung der Schadensbeseitigung und die Betreuung von Rohrnetzbaustellen gewechselt; mittlerweile bin ich Baustellenbetreuer für Klein- und Störungsbaustellen.

Neben den kontinuierlichen Wartungs- und Inspektionsarbeiten ist die Bearbeitung von Trinkwasserstörungen ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit. Hierbei ermittle ich die Ursache der Störung und veranlasse anschließend Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr und Gefährdungsbeseitigung. Darüber hinaus plane ich die Störungsbaustelle, kümmere mich um die Organisation von Ersatzmaßnahmen und weise die durchführenden Baufirmen ein. Ist die Störung beseitigt und das Trinkwasser fließt wieder, muss im Rahmen der Baustellen-Nachbereitung die Aufmaßermittlung, die Rechnungslegung und die Abrechnung durchgeführt bzw. kontrolliert werden. Während für diese Aufgaben früher häufig noch Stift und Papier zum Einsatz kamen, nehmen wir viele der genannten Aufgaben heute mithilfe von Datenverarbeitungs-Programmen vor.

Mein Arbeitstag beginnt in der Regel mit einem Blick auf das Störgeschehen der letzten Nacht: Liegt eine Störung vor, so beginnen meine Kollegen und ich sofort mit der Organisation der Baustelle am Büroarbeitsplatz mit PC und Telefon. Während des Bauverlaufes erfolgen eine Überwachung der Baustelle, die Festlegung der Reparaturtechnologie und die Beschaffung des Reparaturmaterials. An Arbeitstagen, an denen keine unmittelbare Störung vorliegt, rechnen wir z. B. zurückliegende Baustellen und Baumaßnahmen ab. Mein wichtigstes Arbeitsgerät ist neben Computer und Telefon dabei das Einsatzfahrzeug mit Werkzeugausstattung und Armaturenschlüssel/Schieberdrehgerät.

Störungen im Trinkwassernetz treten in den meisten Fällen ohne Vorwarnung und im gesamten Leitungsnetz auf – ihre Beseitigung ist eine herausfordernde und äußerst abwechslungsreiche Aufgabe, die mir auch nach zahlreichen Jahren im Beruf noch viel Freude bereitet. Das Ziel unserer Arbeit ist es, die Störung schnell zu beseitigen und unsere Kunden wieder stabil mit Trinkwasser zu versorgen. Wenn dann vom Betroffenen noch ein Dankeschön erfolgt, ist das zusätzliche Motivation für uns.