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Jahresrückblick 2018 der Energie- und Wasserwirtschaft

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Auch in diesem Jahr hat die ewp-Redaktion wichtige Ereignisse der Energie- und Wasserbranche aus dem Jahr 2018 für Sie zusammengestellt. Lassen Sie in unserer Bildstrecke das zurückliegende Jahr Revue passieren!

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Anfang 2018 läuft in Rostock der LNG-Gastanker „Coral Energice“ vom Stapel. Das über 160 Meter lange Schiff ist mit einem umweltfreundlichen Dual- Fuel-Motor ausgestattet, der wahlweise mit Schiffsdiesel oder mit Flüssiggas betrieben werden kann und mit dem sich extrem niedrige Abgaswerte erreichen lassen. Zudem werden die beiden Hilfsmotoren ausschließlich mit LNG betrieben. Der Tanker mit einem Fassungsvolumen von 18.000 Kubikmetern LNG wird in Zukunft zum Transport des umweltfreundlichen Energieträgers eingesetzt werden. Quelle: Neptun Werft (Fotograf: J. Düwel)

Sauberes Trinkwasser ist auch heutzutage in zahlreichen Regionen Afrikas alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ein unscheinbarer schwarzer Bau mit einer Grundfläche von rund 4 x 5 Meter soll dies in Zukunft ändern: Der sogenannte WaterKiosk ist mit einer solarbetriebenen Entsalzungsanlage ausgestattet und in der Lage, salzhaltiges und verschmutztes Wasser zu Trinkwasser aufzubereiten. Initiiert wird das Projekt von zwei Jungunternehmern aus Berlin. Der erste WaterKiosk trifft im Februar 2018 in Kenia ein, weitere Standorte in Ostafrika befinden sich in Planung. Quelle: Boreal Light GmbH

Am 12. Februar 2018 wird im Elbehafen Brunsbüttel der unter belgischer Flagge fahrende Hopperbagger „Scheldt River“ mit 85 Tonnen LNG betankt – ein neuer Rekordwert für den an der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals gelegenen Hafen und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass auch die Betankung größerer Schiffe mit LNG in Deutschland bereits Realität ist. Im Fall der „Scheldt River“ erfolgt die Bebunkerung im sogenannten Truck-to-Ship-Verfahren mit insgesamt fünf LNG-Tankwagen, bei dem die Betankung parallel aus zwei LNG-Tankwagen erfolgt und der Vorgang so erheblich beschleunigt wird. Für den über 110 Meter langen Hopperbagger wird es indes nicht der letzte Besuch in Brunsbüttel gewesen sein: Exakt einen Monat später legt die „Scheldt River“ am 12. März für eine weitere LNG-Bebunkerung in dem Hafen an. Quelle: Brunsbüttel Ports GmbH

Wahrlich kein Grund zum Feiern: Am 28. März 2018 ist Deutschlands CO2-Tag. Um die Pariser Klimaziele aus dem Jahr 2015 einzuhalten, darf die Bundesrepublik im gesamten Jahr 2018 rund 217 Mio. Tonnen Kohlendioxid emittieren. Dieses Budget ist bereits Ende März vollständig erschöpft, wie die Brancheninitiative Zukunft ERDGAS mit ihrer Aktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin eindrucksvoll zeigt. Um den CO2-Ausstoß schnell und nachhaltig zu senken, bietet sich der flächendeckende Einsatz von Gastechnologien an, z. B. durch den Einsatz von Gas im Mobilitätssektor, im Gebäudebereich oder in der Stromerzeugung. Quelle: Zukunft ERDGAS

Angst vor dem „Day Zero“ im südafrikanischen Kapstadt: Da die Trinkwasserreservoire der Metropole infolge einer dreijährigen Dürre fast leer sind, verordnet die Stadtverwaltung den rund 3,7 Mio. Einwohnern im Frühjahr 2018 rigide Maßnahmen zur Einsparung von Wasser und begrenzt den täglich zulässigen Verbrauch pro Person auf zuletzt 50 Liter. Die Ankündigung der Behörden führt zu Hamsterkäufen in den lokalen Supermärkten und langen Schlangen vor den öffentlichen Wasser-Abgabestellen, zeigt aber letzten Endes Wirkung. So kann der „Day Zero“ – also der Tag, an dem die komplette Wasserversorgung eingestellt werden muss – im Verlauf der nächsten Monate immer wieder verschoben und schließlich für das Jahr 2018 ganz abgewendet werden. Quelle: Picture Alliance/AP Photo

Einen letzten Blick in einen ungewöhnlichen Ort gibt es am 27. April 2018 in Hannover: enercity ermöglicht den Einstieg in einen geleerten und kurz vor dem Abriss stehenden Wasserhochbehälter. Die von zahlreichen Säulen durchsetzte unterirdische Wasserkammer bietet eine ganz besondere Kulisse für zahlreiche tolle Fotomotive. Der aus zwei Kammern von 4.000 und 6.000 Kubikmetern bestehende Wasserhochbehälter ging 1930 in Betrieb, wurde 2004 außer Betrieb genommen und nach einem temporären Einsatz im Jahr 2008 endgültig stillgelegt. Für das im Süden von Hannover gelegene, rund 7.400 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich der Hochbehälter befindet, gibt es bereits einen weiteren Verwendungszweck: Hier sollen in den nächsten Jahren ca. 3.500 neue Wohnungen entstehen. Quelle: enercity AG

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes STORE&GO wird am 9. Mai 2018 im brandenburgischen Falkenhagen eine Methanisierungsanlage als Erweiterung der bereits bestehenden Power-to-Gas-Anlage feierlich eröffnet. Nachdem mit der bisherigen Anlage reiner Wasserstoff erzeugt und in das Erdgasnetz eingespeist wurde, ermöglicht die neue Methanisierung nun in einem zweiten Schritt die Erzeugung von „grünem“ Methan. Im Projekt STORE&GO arbeiten – koordiniert durch den DVGW – insgesamt 27 Partner aus sechs Ländern zusammen, um die Möglichkeiten der Integration von Power-to-Gas-Anwendungen in das europäische Energienetz zu untersuchen. Quelle: Uniper

Als Partner und ideeller Träger der IFAT 2018 nutzt der DVGW die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München, um die Sichtbarkeit seines Kernthemas Trinkwasser auf der Messe und im Kongressprogramm zu erhöhen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts ist auch der große Messe-Gemeinschaftsstand, auf dem sich der DVGW zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) den Fachbesuchern als kompetenter Ansprechpartner präsentiert. Ein Highlight des Messeauftritts: der Besuch von Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 14. Mai 2018. Quelle: Studio SX HEUSER

Es ist ein historischer Schritt: Erstmals in der Geschichte der öffentlichen Wasserversorgung in Köln schafft die RheinEnergie AG eine reguläre Verbindung zwischen dem links- und rechtsrheinischen Trinkwassernetz – mit dem Bau eines Dükers unter dem Fluss. Das Unternehmen hatte zuvor unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen, wie sich ändernder Gebrauchsmengen, prognostizierter klimatischer Veränderungen sowie der Bevölkerungsentwicklung, eine Optimierungsvariante erarbeitet. Am 9. Juni 2018 beginnen die Vortriebsarbeiten für den Bau des Dükers (DN 2000) im Microtunneling-Verfahren. Tunnelbohrmaschine Marie-Polly – benannt nach den beiden Kölner Stadtteilen Marienburg und Poll, die durch den Düker verbunden werden – gräbt sich innerhalb von 31 Tagen von der rechten auf die linke Rheinseite. Seit dem Spätsommer erfolgt die Leitungsmontage im Tunnel. Ab Herbst 2019 sollen die beiden einst getrennten Kölner Trinkwassernetze miteinander verbunden sein. Quelle: RheinEnergie AG

DVGW und BDEW bekräftigen am 4. Juni 2018 in Brüssel gegenüber Vertretern der EU-Kommission und des Europäischen Parlaments mit einer Petition ihre Forderung nach einer europaweit einheitlichen Regelung hygienischer Anforderungen an Materialien in Kontakt mit Trinkwasser. Im Rahmen des gemeinsam ausgerichteten Dialogforums „Wasserwirtschaft 2018“ fordern die beiden Verbände, den betreffenden Artikel 10 der EG-Trinkwasserrichtlinie nicht zu streichen, sondern diesen ambitioniert weiterzuentwickeln. Quelle: DVGW

Der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke übernimmt am 25. Juni 2018 mit dem Vorsitz des IGU-Komitees „Strategy“ eine Schlüsselposition im Internationalen Gasverband IGU. Seine Berufung in die ehrenamtliche Führungsposition erfolgt anlässlich der turnusgemäßen konstituierenden Komitee-Sitzungen im Vorfeld der 27. Weltgaskonferenz, die die IGU zwischen dem 25. und dem 29. Juni 2018 in Washington ausrichtet. Quelle: jonbilous/fotolia.com

Konstante Temperaturen jenseits von 30 °C, extreme Trockenheit und eine seit April andauernde und außergewöhnlich trocken-heiße Großwetterlage, die das Thermometer in manchen Regionen sogar noch im Oktober auf Werte von über 28 Grad ansteigen lässt – der Sommer 2018 geht als der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Annalen der Geschichte ein. Obwohl der Wasserverbrauch in den Hitzemonaten stark ansteigt und die eine oder andere Talsperre (hier im Bild: die von den Harzwasserwerken betriebene Okertalsperre bei Altenau im Harz) gegen Ende Juli einen Tiefstand erreicht, ist die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet. Quelle: Harzwasserwerke GmbH

Eingerahmt von einer spektakulären Licht- und Lasershow sowie dem Auftritt des französischen Star-DJ David Guetta, wird am Abend des 31. August 2018 im niedersächsischen Papenburg die AIDAnova getauft. Als erstes Kreuzfahrtschiff der Welt kann die 337 Meter lange AIDAnova mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betrieben werden. Dadurch lassen sich die CO2-Emissionen des Schiffs um 20 Prozent, die Stickoxid-Emissionen um 80 Prozent sowie der Ausstoß von Rußpartikeln und Schwefeloxiden sogar um 100 Prozent reduzieren. Die erste Betankung mit LNG durch das Tankschiff „Cardissa“ erfolgt am 18. Oktober 2018 im niederländischen Eemshaven. In ihrer Premierensaison soll die AIDAnova ab Dezember 2018 auf siebentägigen Kreuzfahrten die Inselwelt der Kanaren und Madeira bereisen. Quelle: AIDA Cruises

Vier auf einen Streich: Am 18. September 2018 tauscht die Stadtwerke Duisburg AG in ihrem Wasserwerk in Düsseldorf-Bockum die letzten vier von insgesamt sechs Großfiltern aus. Der Wechsel war notwendig geworden, da die alten, aus den 1960er-Jahren stammenden Großfilter sich in Sachen Materialbeschaffenheit und Funktionsprinzip nicht mehr auf dem neuesten Stand befinden und sich zudem die Wasserbeschaffenheit an dem Standort im Duisburger Süden in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert hat. Ein weiterer Vorteil: Mit jeweils 450 Kubikmetern pro Stunde erreichen die neuen Filter eine wesentlich bessere Förderleistung als ihre Vorgänger. Insgesamt investieren die Stadtwerke über zwei Mio. Euro in die Austauschmaßnahme. Quelle: Stadtwerke Duisburg AG

[Anzeige] Die Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) ist ein komplexes Unterfangen: Angefangen von der Astronautennahrung bis zum Sauerstoff, den Alexander Gerst & Co. atmen, muss alles als Nutzfracht in die in einer Höhe von 400 km um die Erde kreisende Raumstation gebracht werden – und das bei einem Transportpreis von ca. 33.000 Euro pro Kilogramm. Sinnvoll wäre es also, die ausgeatmete Luft der Astronauten aufzubereiten. Zu diesem Zweck startet am 22. September 2018 ein HTV-Versorgungsschiff in Richtung ISS. Mit an Bord: ein ACLS-Modul (Advanced Closed Loop System), das Kohlendioxid aus der Kabinenluft mit Wasserstoff, der unter Energiezufuhr aus der Aufspaltung von Wasser gewonnen wird, zu Methan und Wasser umwandelt. Aus dem Wasser wird dann mittels Elektrolyse-Prozess wieder atembarer Sauerstoff gewonnen. Für die in dem Modul verbauten Komponenten im Bereich Druckmesstechnik zeichnet sich der Schweizer Druckmesstechnik-Hersteller KELLER AG verantwortlich: So stammen die Absolut- und Differenzdrucktransmitter, die im Bereich von 50 mbar bis 20 bar bei 0–110 °C arbeiten, von dem Hersteller mit Sitz in Winterthur. Quelle: KELLER AG

Vom 23. bis zum 25. Oktober 2018 veranstaltet der DVGW in Berlin die gat|wat 2018. Die Wahl der Bundeshauptstadt als Veranstaltungsort und der damit eingeleitete jährliche Wechsel zwischen den beiden Standorten Berlin und Köln ist auch ein Zeichen in Richtung Politik; stehen wichtige Branchenthemen wie die Energiewende oder der Gewässerschutz doch weit oben auf der politischen Agenda. Mit einem interessanten und vielfältigen Kongressprogramm, der begleitenden Fachmesse sowie neuen Veranstaltungsformaten wie dem „Innovation Day“ bietet die Hauptstadt-Premiere der gat|wat auch in diesem Jahr zahlreiche Möglichkeiten, um sich über Neuerungen in den Branchen zu informieren, Kontakte zu pflegen und das eigene Netzwerk auszubauen. Quelle: DVGW (Fotograf: Dirk Heckmann)

Der DVGW veröffentlicht am 8. Oktober 2018 mit der neuen TRGI 2018 das Standardwerk für häusliche Gasinstallation in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung. Die sicherheitstechnischen Aspekte sind an die aktuellen Bedingungen angepasst worden – u. a. an nationale und europäische Gesetzgebungen wie z. B. die EU-Gasgeräteverordnung von 2016. Um pünktlich mit dem Versand an die zahlreichen Käufer beginnen zu können, werden kurz vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin 40.000 Exemplare der TRGI 2018 an das wvgw-Lager im Bonner Ortsteil Buschdorf geliefert. Quelle: wvgw (Fotograf: Martin Schramm)

Wasserstoff aus erneuerbaren Energien kann die Mobilität klimafreundlicher machen und zu weniger Schadstoffausstoß führen. Durch die Einordnung von Power-to-Gas-Anlagen als Letztverbraucher ist die Produktion des „grünen“ Gases jedoch derzeit wirtschaftlich kaum rentabel. Am 15. November 2018 wird im südbadischen Grenzach-Wyhlen ein Leuchtturmprojekt eingeweiht, das dies in Zukunft ändern soll: Die Power-to-Gas-Anlage der Energiedienst AG erzeugt pro Tag rund 500 kg Wasserstoff, der für die Elektrolyse benötigte Strom stammt aus einem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Koordiniert wird das vom Land Baden-Württemberg mit 4,5 Mio. Euro geförderte Projekt durch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), das in einer angeschlossenen Forschungsanlage neue Elektrolyse-Komponenten erprobt. Ziel des Projektes ist es u. a., die Power-to-Gas-Technologie zukünftig noch wirtschaftlicher zu machen. Quelle: ZSW

Weltklimakonferenz in Kattowitz: Vom 3. bis 14. Dezember 2018 findet in der polnischen Großstadt die 24. UN-Klimakonferenz statt. Im Zentrum der Veranstaltung steht in diesem Jahr die Frage, wie das 2015 in Paris geschlossene und mittlerweile von rund 170 Staaten ratifizierte Weltklimaabkommen umgesetzt werden kann. Die Konferenz findet unter schwierigen Vorzeichen statt: Nachdem US-Präsident Donald Trump bereits im Juni 2017 den Austritt der USA aus dem Abkommen angekündigt hatte, spricht sich auch der designierte brasilianische Staatspräsident Jair Bolsonaro im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfes im Oktober 2018 dafür aus, dass das bevölkerungsreichste Land Südamerikas aus dem Weltklimaabkommen austreten solle. Quelle: UM Katowice