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P2W kurz vor der Marktreife?

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Passt in jede Hosentasche: Der 8-GB-Water-Stick aus dem Projekt „Kytkimen Sektori kanssa Vesi” speichert bis zu 64 Liter Wasser.

Upsällä, 1. April 2019: Wasserexperten der finnischen University of Upsällä (UoU) ist ein vollkommen neues Verfahren zur Speicherung von Trinkwasser gelungen. Waren bislang lediglich Wasserspeicher denkbar, die eine vergleichsweise große Fläche benötigen und/oder aber einer sehr komplexen Statik bedürfen (Talsperren, unter- bzw. oberirdische Wasserspeicher, Wassertürme etc.), so ist für die vom Institut für sektorenübergreifende Speicherideen der UoU entwickelte Technologie deutlich weniger Raum und null Statik vorzuhalten.

Das Konzept des „Kytkimen Sektori kanssa Vesi” genannten Forschungsprojektes sieht eine Umwandlung von Wasser in Strom zu wasserreichen Jahreszeiten und eine Rückwandlung von Strom in Wasser in trockenen Jahreszeiten vor.

Während die Umwandlung von Wasser in Energie ein schon seit Jahrhunderten genutztes Verfahren ist, kommt der Umwandlung von Energie in Wasser einer technologischen Revolution gleich. ”Erste Praxistests zeigen, dass sich mit unserem neuentwickelten Power-to-Water-Verfahren (P2W) über einfache Speichergeräte, wie z. B. einen USB-Stick mit 8 GB, bis zu 64 Liter Trinkwasser speichern lassen”, so Voiko Bärätschäinen, Forschungsleiter an der UoU. ”In größeren Dimensionen gedacht, könnte das zunehmend an Bedeutung verlierende Stromnetz zum Speicher für die Wasserwirtschaft werden und seine Assets so sektorenübergreifend nutzbar machen”, so Bärätschäinen weiter. Während Nutzer von handelsüblichen USB-Sticks theoretisch schon jetzt die neue Technologie zur Erfrischung z. B. im Outdoorbereich nutzen können, muss eine entsprechende Infrastruktur mit Zapfhähnen an den Stromleitungen erst noch aufgebaut werden.